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Der große MOPO-Wohn-Report: Schöner Wohnen im Innenhof

So soll das fertige Gebäude aussehen.
So soll das fertige Gebäude aussehen.
 Foto: Florian Quandt

Schöne alte Bäume, ein kleiner Spielplatz und Blumenbeete – so lieben Hamburger Mieter ihre grünen Höfe. Doch können wir uns diesen Luxus angesichts der Wohnungsnot noch leisten? Oder könnte eine Hinterhof-Bebauung helfen, mehr Wohnraum zu schaffen?


„Hof-Architektur in schönster Form. Hier verbinden sich Alt und Neu in schönster Harmonie“, so wirbt das Unternehmen Zech-Bau für die Bebauung des großen Innenhofs im Block Friedensallee/Hohenzollernring/Grünebergstraße (Ottensen). Das ruhige Wohnen im Hof hat seinen Preis: Die teuerste Wohnung (100 Quadratmeter) kostet 450000 Euro. 32 Wohnungen werden errichtet.

Für den hier zuständigen Bezirk Altona ist das Projekt eher ein Einzelfall. Bezirks-Sprecherin Kerstin Godenschwege: „Die Bebauung von Innenhöfen kann im Hinblick auf die Wohnungsnot keine großen Lösungen bringen. So etwas wird sich im Minimalbereich bewegen, im Vergleich zu der großen Anzahl der Wohnungsbaupotenziale im Bezirk Altona.“ Die Sprecherin spielt auf den Othmarschen-Park an, der an der Behringstraße gleich um die Ecke der Friedensallee liegt. Hier sollen 650 Wohnungen gebaut werden.

Ottensen: An der Friedensallee entsteht ein Neubau in einem Innenhof. Die teuerste Wohnung wird 450000 Euro kosten.
Ottensen: An der Friedensallee entsteht ein Neubau in einem Innenhof. Die teuerste Wohnung wird 450000 Euro kosten.
 Foto: Florian Quandt

In anderen Bezirken gibt es weniger zentral gelegene Freiflächen. In Eimsbüttel beispielsweise wird schon jetzt die kleinste Lücke geschlossen. Baugrundstücke sind extrem knapp.
Der Mieterverein zu Hamburg befürwortet die Hof-Bebauung. Sprecherin Marielle Eifler: „Wer Wohnungsbau will, darf sich hier nicht querstellen. Die Bewohner der bestehenden Häuser leiden natürlich, die lieben ihren Blick ins Grüne, doch es muss Gemeinschaftsziel sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“


Der Verein „Mieter helfen Mietern“ sieht eher Probleme. Sprecherin Sylvia Sonnenmann: „Hamburg ist stolz darauf, eine grüne Stadt zu sein. Außerdem ist Wohnqualität an Licht gekoppelt. Beide Faktoren muss man bei der Verdichtung in Höfen beachten.“ Vor allem das Wohnen im Erdgeschoss sei in Höfen oft „unerträglich“ sagt Sonnemann.


Bewohner in solchen Bauten müssen auch damit leben, dass die Mieter umliegender Gebäude auf Balkone und Terrassen gucken. Die Gebäude im Hof werden nämlich nur dann genehmigt, wenn sie niedriger sind als die Bestandsgebäude rundherum.
So haben sich die Mieter eines dreigeschossigen Hauses im Hof eines Blocks am Bahnhof Schlump riesige Sonnenschirme gekauft, weil sie sich von den Bewohnern des sechsstöckigen Altbaus beobachtet fühlten . „Wir lagen auf unser Terrasse wie auf dem Präsentierteller“, sagt eine Bewohnerin.


Grundlegend skeptisch, was die Bebauung von Innenhöfen angeht, ist Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter: „Für Hamburg sind Innenhof-Verdichtungen nur in wenigen Fällen eine sinnvolle Strategie, weil die historische Bausubstanz – anders als in Berlin– dies nur an wenigen Stellen ermöglicht.“ Walter setzt deswegen eher auf Aufstockungen und Dachgeschossausbauten.

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