Nachdem am Wochenende die sechsjährige Sophie an einer EHEC-Infektion gestorben ist, läuft die Suche nach dem Erreger-Lebensmittel auf Hochtouren.
„Wir haben Lebensmittelproben gezogen sowohl innerhalb der Familie als auch im Einzelhandel“, sagte eine Sprecherin der Hamburger Gesundheitsbehörde am Montag. Zunächst wurde angenommen, dass ein Rohmilchkäse Überträger der Infektion sein könnte. Test-Ergebnisse für Hygiene und Umwelt werden am Montagnachmittag erwartet.
Bisher handelt es sich bei der kleinen Sophie um das einzige Opfer. „Es gibt keine weiteren Krankheitsfälle im Umfeld der Familie.“ Auch in der Schule der Sechsjährigen sei bisher kein weiterer EHEC-Fall aufgetreten. Bereits am Donnerstag war das Gesundheitsamt bei der Familie und in der Schule, hatte die Klasse, die Turnhalle und die Türklinken desinfiziert und Lebensmittelproben genommen.
Ungewöhnlich ist eine vereinzelte EHEC-Infektion aber nicht: In Deutschland erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts auch vor dem großen Ehec-Ausbruch im vergangenen Mai 800 bis 1200 Menschen pro Jahr an dem aggressiven Lebensmittelkeim.
Es habe jährlich auch einzelne Todesfälle direkt durch den Darmkeim oder durch das sich oftmals anschließende hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) gegeben. In Hamburg zählte die Gesundheitsbehörde im Schnitt gut 20 Erkrankungen pro Jahr. „Der neue Fall ist also nichts Ungewöhnliches, aber das macht es natürlich nicht schöner, weil gerade ein Kind betroffen ist“, sagte die Sprecherin. Das Mädchen war am Wochenende gestorben.
Der Darmkeim Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) kann beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen auslösen. Er stammt vor allem aus den Därmen von wiederkäuenden Tieren wie Rindern, Schafen oder Ziegen.
Die Keime werden über die Nahrung oder fäkalienverseuchtes Wasser aufgenommen. Im Mai 2011 bricht in Deutschland eine bis dahin beispiellose EHEC-Krankheitswelle aus. Fast alle Betroffenen sind in Norddeutschland, viele in Hamburg. 50 Menschen sterben.
Quelle des Erregers ist laut dem Robert Koch-Institut mit EHEC infiziertes Sprossengemüse aus Ägypten. Und nicht wie zunächst angenommen Gurken, Salat und Tomaten aus Spanien. Ende Juli 2011 erklärt das Institut die Epidemie für beendet.
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