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Ausverkauf: SAGA verkauft 2477 Wohnungen

Profitierten von der SAGA-Verkaufsoffensive: Familie Fislage kaufte ihr Reihenhaus in der Steenkampsiedlung (Bahrenfeld) 2007 zum Schnäppchenpreis.
Profitierten von der SAGA-Verkaufsoffensive: Familie Fislage kaufte ihr Reihenhaus in der Steenkampsiedlung (Bahrenfeld) 2007 zum Schnäppchenpreis.
 Foto: quandt

Ausverkauf bei der SAGA: Das städtische Unternehmen verscherbelt 2477 Wohnungen und Reihenhäuser. Acht Mitarbeiter kümmern sich allein darum. Mieter erhalten Immobilien teils zum Schnäppchenpreis, doch manche Bude bringt der SAGA auch ein Vermögen. Die Linke fordert den sofortigen Verkaufs-Stopp.

81000 Euro, 56 Quadratmeter, Garten – Familie Fislage griff sofort zu, als die SAGA das Reihenhaus in Bahrenfeld anbot, in dem Eric Fislages (43) Eltern zur Miete wohnten. „Wir haben ein gutes Schnäppchen gemacht“, sagt Fislage noch fünf Jahre später. Auch Claudia Harseim (48) kaufte mit ihrem Mann das sanierungsbedürftige Reihenhaus in Berne, in dem sie zur Miete wohnten. 67,5 Quadratmeter für 112700 Euro. Bereut hat sie den Kauf nicht.

In der Nachbarschaft werden derzeit wieder Parzellen angeboten – aber zu Höchstpreisen. Die SAGA macht nur Mietern und deren Angehörigen günstige Angebote. Wer kauft, muss fünf Jahre wohnen bleiben.

Steht ein Objekt aber leer, wird es versteigert. Da profitiert die SAGA vom verrückten Hamburger Immobilienmarkt: So liegt das Mindestgebot für ein kleines SAGA-Reihenhaus in Bahrenfeld derzeit schon bei mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter. Für die meisten Hamburger also unbezahlbar. Die Linke fordert deshalb in einem Bürgerschaftsantrag den sofortigen Privatisierungsstopp – da sonst der Bestand günstiger Wohnungen und Häuser weiter sinke.

Seit 2002 läuft das „Endlich meins!“-Programm. Mit dem Projekt will die der SAGA Wohneigentum für breite Schichten schaffen, eine auskömmliche Altersvorsorge sicherstellen und familienfreundliches Wohnen fördern. 2459 Einheiten wurden schon verkauft. Und zuletzt ging mehr als jede dritte Immobilie zum Höchstpreis weg.

Die Ziele der SAGA würden so nicht erreicht, sagt Heike Sudmann (Linke). „Ungeheuerlich, dass Wohnungen, die mit öffentlichen Geldern errichtet wurden, gewinnbringend veräußert werden.“

Zwar hat die GAL 2008 erreicht, dass keine neuen Geschosswohnungsanlagen mehr aus dem Bestand an 130000 SAGA-Wohnungen in den Verkauf gelangen. Doch das Programm, das sich laut SAGA „in erster Linie an Mieter richtet“, soll weiterlaufen.

„Die Verkäufe erfolgen stets nach Grundsätzen der Sozialverträglichkeit und Marktkonformität“, sagt Sprecher Michael Ahrens. „Wir bieten faire Chancen zur Eigentumsbildung“, kein Mieter werde zum Kauf oder Auszug gedrängt.

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