Schnell noch den Bus erwischen. Die Bahn nicht verpassen. Pünktlich zum Termin oder zur Arbeit kommen. Um Ausreden ist keiner der Rotlicht-Rüpel verlegen, als die MOPO sie in Altona und Rotherbaum am Donnerstag auf frischer Tat ertappte – und das waren tatsächlich erschreckend viele.
Bei Rot über die Ampel gehen – das hat wohl jeder schon mal gemacht. Die Ergebnisse des ADAC-Tests allerdings sind erschreckend: Jeder Dritte ignoriert demnach beispielsweise an der Kreuzung Stresemannstraße/Holstenplatz in Altona die rote Ampel. Begibt sich in Lebensgefahr. Grund genug für die MOPO zu überprüfen, ob Hamburg tatsächlich die Rotgänger-Stadt ist.
„Ich kann das schon einschätzen“, sagt die erste Frau. Nur Sekunden zuvor war sie, lange nachdem die Ampel auf Rot umschaltet hatte, über die vielbefahrene Kreuzung gehuscht. Von Einsicht keine Spur. „Klar, damit bin ich kein Vorbild für Kinder, aber diese Ampel ist immer nur so kurz grün. Das ist anders nicht zu schaffen“, redet sie sich raus.
Eine andere Ausrede hat der nächste Rotgänger parat: Der ältere Mann erklärt, er sei lediglich bei Rot gegangen, „weil ja eh gleich Grün gewesen wär’“. Die junge Frau, die mit einer Kitagruppe unterwegs war und die Straße erst überquerte, als die Ampel auf Rot umsprang, erklärte: „Diese Ampelphase ist viel zu kurz. Was soll ich denn machen?“
Ortswechsel: An der Kreuzung Grindelallee/Rentzelstraße (Rotherbaum) gingen im ADAC-Test 729 von 6787 Fußgängern über Rot. Ein Bild, das sich auch gestern bestätigte. Erklärungsversuche vor Ort: „Ich hatte es eilig, musste zur Arbeit“ oder auch „Ich musste den Bus bekommen, die Autos hatten ja auch Rot.“
Der MOPO-Test zeigt: Eine rote Ampel scheint kein Grund zum Anhalten zu sein. Dabei drohen Fußgängern fünf Euro Bußgeld, Fahrradfahrern sogar ein Punkt in Flensburg und bis zu 160 Euro Strafe.
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