Sie haben jahrelang schwarze Kassen geführt, nun wandern die Chefs der Hansa-Funk-Genossenschaft hinter Gitter: Das Amtsgericht St. Georg hat überraschend harte Urteile gegen die Bosse von Hamburgs bekanntem Taxi-Unternehmen („211211“) verhängt.
Wegen Untreue muss Jürgen K. (56), Vorsitzender der „211211“-Genossenschaft, für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Auch seine Stellvertreter bekamen keine Bewährung: Rolf H. (68) soll zwei Jahre absitzen, Manfred G. (63) kassierte 14 Monate.
Das Gericht ist überzeugt, dass das Trio zwischen 2004 und 2008 rund 190000 Euro veruntreut hat – pro Monat wurden im Schnitt Scheinrechnungen für 4500 Euro ausgestellt. Mit dem Geld aus den schwarzen Kassen wurden etwa Unternehmen oder Hotels „geschmiert“, damit sie immer nur „zwo-elf-zwo-elf“ wählten, wenn sie ein Taxi brauchten.
In dem monatelangen Prozess zeigten die Angeklagten sich uneinsichtig. Sie hätten von dem Geld doch nichts privat verwendet, argumentierte etwa Taxi-Boss Jürgen K.
Außerdem seien sie doch schon durch die Steuernachzahlungen gestraft genug. Und überhaupt, sie hätten das System der schwarzen Kassen nur übernommen, das hätte es bei Hansa-Taxi schon seit den 80er Jahren gegeben.
Das Gericht betonte jedoch, dass schon allein die Unterhaltung der schwarzen Kassen strafbar sei. Und verurteilt werden konnten nur die Fälle, die noch nicht verjährt sind. Inzwischen gilt Hansa-Taxi als solides Unternehmen.
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