Quartiersmanager, besseres Marketing und mehr Sauberkeit – der Kiez soll aufgepeppt werden. Die Pläne liegen fertig in der Schublade. Grundeigentümer und Gewerbetreibende wollen einen „Business Improvement District“ (BID) einrichten und ihr Quartier nach vorne bringen. Seit mehr als einem Jahr aber herrscht Stillstand.
Erst sollte es im zweiten Halbjahr 2012 so weit sein. Dann Ende 2012. Jetzt wird der Start des „BID St. Pauli“ für diesen Sommer erwartet. Große Umbaumaßnahmen – oder etwa Deko-Bäumchen wie auf dem Neuen Wall – soll es nicht geben. Die Verantwortlichen wollen aber dafür sorgen, dass auf der Meile mehr Kohle bleibt. Denn eine Untersuchung der Handelskammer hatte ergeben, dass St. Pauli viele Besucher zählt, die aber zu selten dort Geld lassen.
Eine von den Behörden angepeilte Gesetzesänderung aber verhindert, dass der Antrag bearbeitet wird. Noch ist unklar, wie viel jeder Beteiligte maximal in den Topf einzahlen muss. „Wir hoffen, dass die Baubehörde im Frühjahr damit so weit ist“, sagt Claudius von Rüden, der das Projekt im Bezirk koordiniert. Im Sommer könne es dann losgehen.
Wie auf dem Spielbudenplatz soll sich ein professionelles Management um das ganze Quartier kümmern. Mit der Stadtreinigung wurde ein Konzept erarbeitet, wie das Müllproblem besser in den Griff zu bekommen ist. Für Bezirks-Chef Andy Grote (SPD) der entscheidende Punkt: „Die Grundeigentümer, die vom Vergnügungsbetrieb profitieren, sollen auch an der Beseitigung der Folgen beteiligt werden.“
In dem Antrag wird ausgerechnet die schicke HafenCity als Konkurrenzstandort genannt. Wird die Reeperbahn zur Hochglanzmeile? Dem widerspricht Grote vehement: „Der Kiez wird nicht klinisch rein. Wir erwarten von den Initiatoren, dass die Traditionsläden profitieren und es nicht zu einer Ausweitung von Kiosken, Discountern oder Spielhallen kommt.“
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