Er klang wie ein besorgter Ehemann. Als seine Frau Mahwasch A. (42) vor knapp zwei Wochen spurlos verschwand, sagte Rassul A. zu MOPO-Reportern: „Hoffentlich war es kein Verbrechen!“ Jetzt stellt sich heraus: Der 53-Jährige soll seine Frau selbst umgebracht haben! Die Polizei hat ihn wegen dringenden Verdachts des Totschlags festgenommen.
Am 30. Januar besucht die MOPO Rassul A. in seiner Vier-Zimmer-Wohnung am Immenbusch (Osdorf). Hier leben auch seine drei Söhne (12, 21 und 22). Der Jüngste turnt im Treppenhaus mit Freunden, die anderen beiden sind außer Haus. Der Familienvater – grauhaarig, Halbglatze – öffnet die Tür.
Vier Tage nachdem Mahwasch A. verschwunden ist, herrscht bei Familie A. offensichtlich Alltag. Es klingelt ständig an der Tür, lachende Kinder laufen ein und aus. Rassul A. erzählt erst einmal von sich. Dass er in seiner Heimat Afghanistan als Architekt gearbeitet, in Deutschland den einen oder anderen Beruf ausprobiert habe, im Moment aber Arbeit suchend sei. „Ich bin eben ein Freikopf“, scherzt er. Dann, auf Nachfrage, ob er sich Sorgen um seine Frau macht, stutzt der 53-Jährige: „Aber natürlich! Ich rufe sie jeden Tag auf dem Handy an, spreche aufs Band: Bitte, komm zurück.“
Über die Probleme in ihrer Beziehung spricht Rassul A. offen: „Im Streit habe ich meine Frau einmal getreten. Sie hat daraufhin die Polizei gerufen.“ Vor drei Jahren habe Mahwasch A. die Familie dann verlassen, um den Kopf freizukriegen. „Sie wollte keine Hausfrau mehr sein“, sagt der Familienvater. Mahwasch A. ging zurück in die Heimat. Nach wenigen Monaten kam sie zurück, machte eine Ausbildung als Kassiererin in Essen. Dann zog sie nach Hamburg – in eine eigene Wohnung am Lüdersring (Lurup).
Was ist in der Nacht zum 26. Januar passiert, in der die dreifache Mutter verschwand? Nach Angaben des Ehemanns habe sie bei ihm geschlafen, soll in den Morgenstunden die Wohnung in Osdorf verlassen haben, um zur Arbeit zu gehen. Dort kam sie jedoch nie an. Kurios: Die Polizei fand das Auto von Mahwasch A. – einen roten Daihatsu Cuore – vor ihrer Wohnung in Lurup.
Die Polizei suchte das Gebiet mit Spürhunden ab, fahndete öffentlich. Das Ergebnis: „Wir gehen davon aus, dass die Frau tot ist“, sagt Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Wegen dringenden Verdachts des Totschlags ist Rassul A. am vergangenen Freitag festgenommen worden, sitzt jetzt in U-Haft. Warum, wollte Möllers nicht sagen – wegen „andauernder Ermittlungen“.
Wollte die 42-Jährige einen Neuanfang wagen? Vor drei Monaten wurde Mahwasch A. Pächterin eines Back-Shops in Eppendorf. „Sie erzählte oft von einem neuen Freund“, sagt eine Nachbarin. Rassul A. will davon nichts gewusst haben: „Meine Frau beteuerte, während der Trennung keinen anderen Mann gehabt zu haben. Im Gegenteil: Sie wollte zu uns zurück.“
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