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100 Jahre Taxiruf: Happy Birthday alte Säule

MOPO-Mitarbeiterin Marla Bieler (21) an der Säule Klosterstern (Harvestehude),  Baujahr 1912
MOPO-Mitarbeiterin Marla Bieler (21) an der Säule Klosterstern (Harvestehude), Baujahr 1912
 Foto: Marius Röer

Jeder Hamburger kennt die grünen Säulen von „Taxiruf 441011“. Seit genau 100 Jahren prägen sie das Stadtbild. 1912 galten die gusseisernen Rufsäulen als Weltsensation.

Wenn man eine Droschke braucht, ist garantiert gerade keine da – das galt schon 1912. So kam es zur Gründung des „Autorufs“, der ersten systematisch betriebenen Taxi-Vermittlung der Welt. Das System war einfach. Der Fahrgast ging zu einer von 54 Rufsäulen und warf eine Reichsmark ein. Dann erreichte er eine Telefonistin in einer Zentrale an der Schlüterstraße (Rotherbaum). Die alarmierte die Fahrer umliegender Rufsäulen mit einem lauten Hupton und dirigierte sie zum wartenden Fahrgast. Die eingeworfene Reichsmark wurde mit dem Fahrpreis verrechnet.

Doch schon bald beschwerten sich Anwohner über den „unerträglichen“ Hupton, und die Lautstärke musste gedrosselt werden. Verkehrsexperten aus der ganzen Welt besuchten Hamburg, um das „bahnbrechende“ Rufsystem zu bestaunen. Seit 1972 kann jedermann selbst an den heute 100 Säulen anrufen. 30 stammen noch aus dem Jahr 1912. Steht kein Taxi an der Säule, landet man bei „Taxiruf 441011“ - mit 1000 Funktaxen Hamburgs größte Zentrale. Chef Günther Möller (64): „Wir haben als kleiner Mittelständler am Grindelhof zwei Kriege überstanden, darauf sind wir stolz.“

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