Drei Monate haben sie gestreikt, eine Woche lang gearbeitet – und jetzt wird wieder gestreikt. Hamburgs härtester Arbeitskampf geht in eine neue Runde! Die Mitarbeiter des Verpackungsherstellers „Neupack“ haben den Kampf um einen Tarifvertrag wieder aufgenommen.
Der Doerriesweg in Stellingen. Im Regen stehen „Neupack“-Mitarbeiter, sie tragen Westen der Gewerkschaft IG BCE. Einige schwenken Fahnen, andere wärmen sich am Feuerkorb. Seit November streikt ein Großteil der knapp 200 Mitarbeiter. Sie verlangen einen Tarifvertrag.
Am Donnerstag vergangener Woche setzten sie den Streik aus. Aber weil mit dem Arbeitgeber noch immer keine Einigung in Sicht ist, geht es seit gestern weiter. Die Stimmung unter den Mitarbeitern: kämpferisch. „Ich halte durch, bis wir einen Tarifvertrag haben“, sagt Miguel da Silva (35). Kevin Bonde (33) sagt: „Wir motivieren uns gegenseitig. Viele kommen mit ihrem Gehalt nicht über die Runden. Das kann doch nicht sein.“
„Neupack“ stellt unter anderem Joghurtbecher her. Damit die Produktion nicht in Gefahr gerät, hat das Unternehmen 50 polnische Aushilfen angeheuert. Als ein polnisches Auto auf das Firmengelände fährt, gibt es böse Blicke. Eine Streikende sagt leise: „Eigentlich wollen die ja auch nur Geld verdienen. Genau wie wir.“
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