Werden Grundschul-Kinder in Zukunft im Drei-Schicht-Betrieb mit aufgewärmtem Mittagessen abgespeist? Im Zuge der Umstellung der Grundschulen auf Ganztags-Betrieb müssen innerhalb kurzer Zeit an den Schulen etwa 250 Mahlzeiten pro Tag ausgegeben werden. Doch noch fehlen die nötigen Aufwärmküchen und Kantinen.
Massenspeisung in der Aula? Vorerst essen die Kinder entweder im Klassenraum oder in der Aula, bis die Kantinen gebaut sind. „Sechsjährige Kinder balancieren mit ihren Tabletts die Treppen zur Aula hoch und sitzen dort an Klapptischen bei gewaltiger Lautstärke in großen Gruppen“, schildert eine Mutter. „Sie haben genau 20 Minuten Zeit, dann müssen sie die Plätze für die nächste Schüler-Schicht räumen.“
Kritik kommt auch vom Landeselternausschuss der Kitas (LEA). „Durch die „Massen-Abfütterung“ geht jegliche Esskultur verloren“, so Sabine Buhk. „Es ist doch wichtig, dass die Kinder mit einer Betreuungsperson gemeinsam essen, es nicht hektisch ist und man miteinander spricht.“ So seien die Kinder es auch aus dem Hort gewohnt. Bisher ist nicht einmal festgelegt, wer die Kinder bei Tisch betreut.
Nur noch Aufgewärmtes vom Catering? Frisch gekocht werden soll an den Schulen nicht, es sind nur Aufwärmküchen vorgesehen. In Zukunft liefern Caterer fertige Portionen, die nur noch erhitzt werden. „Ein solches Essen hat bestimmt selten die Qualität einer frisch gekochten Mahlzeit“, so Buhk.
Der LEA bezweifelt zudem, dass es überhaupt zu schaffen ist, im nächsten Jahr 50 neue Schulen mit Kantinen und Aufwärmküchen auszustatten.
Schlecht aber teuer? Seit Monaten verspricht die Behörde eine Gebührentabelle. Früher kostete das Hortessen 13 Euro im Monat. In Zukunft könnte der reguläre Preis dann bei 3,50 Euro pro Essen liegen. Eine Sozialstaffel ist vorgesehen.
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