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Kiez-Legende ist zurück: Viel Theater um den Mojo Club

So öffnet sich der Eingang zum Mojo-Club
So öffnet sich der Eingang zum Mojo-Club
Foto: Marius Röer

Der Erwartungsdruck ist in etwa so hoch, als feiere die Elbphilharmonie Premiere. „Jazz is coming home“, heißt die Parole. Am Sonnabend (23 Uhr, 10 Euro) eröffnet der Mojo Club an der Reeperbahn 1 seine mächtigen Hydrauliktore. Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit. Nach zehn Jahren Warten auf die Rückkehr der Club-Legende. Doch die Macher zucken die Achseln: „Die Erwartungen können wir ohnehin nicht erfüllen, insofern sind wir entspannt. Die Eröffnung soll nicht überkandidelt sein. Einfach ein richtig, netter Abend“, sagt Leif Nüske (48) zur MOPO.

Ein netter Abend – das klingt nach „Tatort“ und Salzstangen. Aber nicht nach dem Opening von Deutschlands – zumindest architektonisch – spektakulärstem Club. Es dürfte das erste Mal sein, dass ein Tanzladen komplett nach Wünschen der Betreiber erbaut wurde. Maßgeschneidert für die Mojo-Gründer Leif Nüske und Oliver Korthals. Und die waren nicht bescheiden: „Ich habe dem Architekten die Grundrisse alter Opernhäuser wie der Mailänder Scala geschickt. So sollte der Club aussehen“, sagt Nüske.

Mit einem Summen öffnen sich die im Boden eingelassenen 6,4 Tonnen schweren Tore und geben den Eingang in den Kellerclub frei.

Die Betontreppen führen direkt vor den „Tanzenden Türmen“ auf der Reeperbahn hinab in eine unterirdische Oper. Vom runden Rang (130 Plätze) blickt man auf die Bühne und die Tanzfläche (Platz für 670 Gäste). Holz und Beton geben dem Raum die Eleganz eines Theaters, aber die Kühle eines Clubs.

Unterirdischer Club unter den „Tanzenden Türmen“: So soll der „Mojo“ einmal aussehen.
Unterirdischer Club unter den „Tanzenden Türmen“: So soll der „Mojo“ einmal aussehen.
Foto: hfr

Auch inhaltlich wagt der Club nie Dagewesenes: Er leistet sich – wie ein Theater – seine eigene Tanzkompanie – das „Bassedanse Project“. „Künstler können bei uns Proben und Stücke ausarbeiten“, sagt Nüske. Da greift sich die Subkultur die Hochkultur!

Entsprechend divenhaft geben sich die Betreiber kurz vor der Club-Eröffnung. Zahlreiche Journalisten wollten berichten. Fotos durfte allerdings keiner machen. „Der Besucher soll sich selbst ein Bild vom Club machen“, sagt Sprecher Ole Keding. Von sich selbst rücken die Betreiber nur vorgefertigte Pressefotos raus. Und was genau bei der Eröffnung passiert, bleibt streng geheim.

Doch vielleicht ist genau das das Erfolgsgeheimnis der Mojo-Väter. In den 90ern waren sie Vorreiter der Dancefloor-Jazz-Bewegung. Und erzielten damit ein Renommee ähnlich wie der Star Club. Doch das hat die beiden nie interessiert: „Es stand immer der Club im Vordergrund“.

Ähnlich unspektakulär gehen sie jetzt mit ihrem neuen Club um. Freitags Elektronisches und Soul, sonnabends Jazz. Ab April lädt der Laden beinahe täglich zu Konzerten. Musikalische Trends sehen anders aus. Aber an Hypes hat sich der Mojo Club ja auch nie orientiert.

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