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Wie geht das?: Nürburgring: Formel 1 auf der Pleite-Piste

Die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings aus der Luft – hier fährt am 7. Juli doch die Formel 1.
Die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings aus der Luft – hier fährt am 7. Juli doch die Formel 1.
 Foto: Oliver Reuter

Der Ring lebt! Weltmeister Sebastian Vettel (25) kann seinen Heim-Fluch nun doch am 7. Juli auf dem Nürburgring beenden. Nach der Einigung von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (82) mit den Streckenbetreibern atmen die Fans und Eifel-Bürger auf.

Doch rund um das Rennen auf der insolventen Traditionsstrecke bleiben viele Fragen offen. Vor allem: Wie geht Formel 1 auf der Pleite-Piste? Wir geben die Antworten.

Die Retter

Die durch den fehlgeplanten Freizeitpark mit über 330 Millionen Euro überschuldete und insolvente Nürburgring GmbH wird seit Juli 2012 von den Insolvenzverwaltern Thomas Schmidt (Trier) und Jens Lieser (Koblenz) geführt. Trotz der geplatzten Privat-Finanzierung des Düsseldorfers Kai Richter erlaubten sie ihm und Hotelier Jörg Lindner, zuerst mit Ecclestone über das Rennen zu verhandeln.

Doch ihr finanzielles Angebot lehnte der Brite ab, die Pächter sind raus. Für die Betriebs-GmbH übernahm der frühere Hockenheimring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt die Verhandlungen – und machte den Deal perfekt.

Die Kosten

Ecclestone greift neben den TV-Millionen alle Werbe-Einnahmen ab und verlangt noch eine Fahrerfeld-Gebühr: von 35 (Bahrain) bis 5 Millionen Euro (Budapest). Das Nürburgring-Rennen 2011 kostete 20 Millionen Euro, Hockenheim handelte für den neuen Vertrag bis 2018 einen Rabatt aus und zahlt nur noch 12 pro Rennen.

Dem Veranstalter blieben zur Refinanzierung nur die Zuschauer-Einnahmen, Rheinland-Pfalz musste stets 13 Millionen Euro beisteuern. Der Zuschuss wurde bisher als Investition für den volkswirtschaftlichen Gewinn der Region am GP-Wochenende gerechtfertigt, soll im neuen Geschäftsmodell aber wegfallen.

Die Karten

Der Vorverkauf beginnt am 4. Februar, Tageskarten gibt’s von 89 bis 359 Euro unter www.express.de/tickets. Fans brauchen keine Angst haben, dass sie durch die Insolvenz wertlos werden, sie sind durch Landesbürgschaften gesichert.

Der Name

Das Feilschen um den Titel „Großer Preis von Deutschland“. Wie 2009 und 2011 muss sich der ausrichtende ADAC mit Namensinhaber AvD, der mit dem Hockenheimring im Notfall eingesprungen wäre, einigen. Ecclestone: „Wir können das Rennen auch wieder Großer Preis von Europa nennen.“

Die Zukunft

Das Formel-1-Rennen ist gesichert, andere Events wie DTM, Truck-Grand-Prix oder Rock am Ring auch, der Ring mit seinen überdimensionierten Neubauten aber noch lange nicht. Der von Schumi 2009 eingeweihte „Ring-Racer“ (als schnellste Achterbahn der Welt angekündigt) fährt nach zig Schäden nicht. Die Arena (3.500 Zuschauer) ist den größten Teil des Jahres verwaist, Boulevard und vier von fünf „Eifeldorf“-Restaurants sind geschlossen. Hunderte Arbeitsplätze sind gefährdet. Die Insolvenzverwalter suchen weiter Käufer.

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