Sutil-Prozess

Hat Hamilton Angst vor der Aussage?

Von OLIVER REUTER
Wird  Lewis Hamilton für seinen Freund Sutil vor Gericht aussagen?
Wird Lewis Hamilton für seinen Freund Sutil vor Gericht aussagen?
Foto: Getty Images

Lewis Hamilton (26) ist wichtiger Augenzeuge im Strafprozess wegen gefährlicher Körperverletzung gegen seinen Freund Adrian Sutil (29). Doch den ersten Prozesstag am 30. Januar in München darf der Formel-1-Weltmeister von 2008 schwänzen.

„Herr Hamilton hätte zu erscheinen, hat aber über seinen Anwalt gegenüber der Richterin ausreichende Gründe dargelegt, dass er unabkömmlich ist. Die Richterin hat ihn für Montag entschuldigt“, sagt uns Gerichtssprecherin Ingrid Kaps. Auf unsere Nachfrage bestätigt eine McLaren-Sprecherin, dass Hamilton Montag und Dienstag in der Fabrik im englischen Woking Foto- und Film-Aufnahmen für die Präsentation des neuen Autos MP4-27 am Mittwoch zu erledigen hat.

Im Sutil-Prozess, in dem die Glas-Attacke auf Lotus-Miteigner Eric-Roger Lux (Luxemburg) im Schanghaier Nachtklub „M1int“ verhandelt wird, muss sich die Richterin zunächst ohne die Hamilton-Aussage ein Bild machen. Sprecherin Kaps: „Am Montag werden die anderen vier Zeugen vernommen. Unter anderem Sutils Manager Manfred Zimmermann, dessen Vernehmung einen Tag vorverlegt wird. Nach den zwei Verhandlungstagen wird die Richterin prüfen, ob und wann Herr Hamilton zu einem zweiten Termin erscheinen muss. Der Prozess kann nur für zehn Tage unterbrochen werden.“

Das wird problematisch. Am 7. Februar beginnen die Testfahrten in Spanien. Die McLaren-Sprecherin betont aber, Hamilton sage dem Gericht seine volle Unterstützung zu und hoffe, dass sein Freund Sutil entlastet werden: „Lewis wird sagen, was passiert ist – die Wahrheit.“ Eine schriftliche Aussage, wie in englischen Medien kolportiert, ist laut Kaps auch gar nicht möglich: „In Deutschland gilt der öffentlich-mündliche Strafprozess.“

Klar ist: Hamilton ist so ein öffentlicher Auftritt vor Gericht unangenehm. Er ist ein gebranntes Kind. Der Brite wurde vor drei Jahren in der „Liegate-Affäre“ um eine Strafe gegen Toyota-Pilot Jarno Trulli der Lüge überführt. Für seine Rambo-Manöver in der vergangenen Saison hagelte es vom Verkehrsgericht Strafen in Serie. Hamilton sarkastisch: „Ich habe eine Platin-Karte bei den Rennkommissaren.“ Doch jetzt geht es nicht um Blechschäden und WM-Punkte, sondern um gefährliche Körperverletzung und eine mögliche Haftstrafe für seinen Freund Sutil.

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Datum:  25.1.2012
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