Das ist er also, der neue GP F1 W03. Um 8.27 Uhr zog Michael Schumacher mit Kollege Nico Rosberg ein schwarzes Tuch vom Boliden. Zum Vorschein kam der neue Silberpfeil – mit einer markanten Höckernase wie Schumis Kinn.
Der Kerpener Altmeister (43) begeistert: „Ich bin positiv angetan vom Auto, es gibt aber weder eine Überraschung in die eine noch in die andere Richtung.“ Dann durfte er ein paar Runden drehen.
Die Ehre, die erste Fahrt zu absolvieren, hatte Rosberg schon am vorigen Donnerstag in Silverstone. Knapp 400 Kilometer hat Schumi jetzt schon abgespult.
Zu viel Euphorie will er aber nicht versprühen: „Da hat sich schon ein Eindruck etabliert, der ein gewisses positives Fazit mit sich bringt. Wir haben gute Arbeit geleistet, die ist auch zu erkennen. Wie viel sie wert sein wird, wird sich erst auf der Strecke feststellen lassen.“
Auch Sportchef Norbert Haug bleibt vorsichtig: „Ich glaube, wir haben ein ganz ordentliches Auto. Aber ich kann nicht garantieren, dass die Konkurrenz nicht ein viel besseres hat. Wir waren zweimal Vierter, und das Ziel ist, Schritt für Schritt Richtung Platz eins zu gehen. Das geht nicht auf einmal, es ist wie beim Bergsteigen. Man braucht ein Zwischenlager, da muss man sich sicher fühlen, und von dem Zwischenlager kann man weiter nach oben klettern. Das geht nicht in drei Jahren. Aber das endgültige Ziel ist natürlich, ganz nach vorne zu kommen, zu gewinnen und letztlich auch Weltmeistertitel zu gewinnen.“
Sollte der neue Silberpfeil die Erwartungen erfüllen, könnte auch Schumacher seinem 92. Grand-Prix-Sieg wieder ein bisschen näher kommen.
Seine Chefs, Haug und Teamchef Ross Brawn, trauen ihm die Rückkehr auf das Siegerpodest auf jeden Fall zu und können sich auch noch gut eine Vertragsverlängerung mit dem 43 Jahre alten Routinier über 2012 hinaus vorstellen.