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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 11.4.2012

Nach Toten in Bahrain: Ebel in Angst: „Ich bin kein Kriegsreporter“

Von BILL FIELD
RTL-Reporter Kai Ebel hat Angst vor der Reise nach Bahrain.
RTL-Reporter Kai Ebel hat Angst vor der Reise nach Bahrain.
Foto: Getty

Die Formel 1 zündet am Sonntag (9 Uhr, RTL & Sky live) den China-Böller. Doch Angst haben die Stars nicht vor Unfällen auf der längsten Geraden der Saison oder dem „Kiesbett des Grauens“, in dem Lewis Hamilton 2007 seinen Titel versenkte.

Angst haben sie vor der Reise zum nächsten Rennen in Bahrain (22. April). Grund: Die Bomben-Anschläge als Protest gegen die lebenslange Haft des Oppositionellen Abdulhadi al-Khawaja, der sich seit mehr als zwei Monaten im Hungerstreik befindet. 80 Tote gab es bereits beim Aufruhr der schiitischen Minderheit gegen das sunnitische Königshaus.

Und jetzt nehmen die Aufständischen die Formel 1 ins Visier, um die Regierung in die Knie zu zwingen. „Wir werden die Durchführung des Rennens erheblich beeinträchtigen“, droht ein Protestbündnis. „Ihr werdet auf dem Blut der Märtyrer fahren.“

EXPRESS hört sich bei den Menschen, die mit der Formel 1 um die Welt reisen, um. „Mir wäre eine Absage lieber, da die Sicherheit vorgeht. Schließlich bin ich Sportreporter und nicht Antonia Rados“, sagt RTL-Reporter Kai Ebel im Hinblick auf seine Kriegsreporter-Kollegin.

Die Formel-1-Stars sind für eine Absage des Bahrain-Rennens.
Die Formel-1-Stars sind für eine Absage des Bahrain-Rennens.
Foto: imago

Viele andere haben ebenfalls Angst, verweisen aber auf ihre Arbeitgeber. Einige Teams sind (anonym) für eine Absage, die aber nur FIA-Präsident Jean Todt entscheiden könne. Nur Marussia-Pilot Timo Glock sagt öffentlich in „Speedweek“: „Ich muss nicht unbedingt dahin. Ein Grand Prix bietet doch die optimale Voraussetzung für Regime-Gegner, sich dort mal so richtig in Szene zu setzen.“

Eine Absage durch die FIA oder Promoter Bernie Ecclestone wird aber immer unwahrscheinlicher, nachdem zwei Lotus-Mitarbeiter einen positiven Reisebericht einreichten: „Wir verließen Bahrain im Gefühl, dass alles unter Kontrolle ist.“

Und was sagt Sebastian Vettel zu Bahrain? „Die letzte Aussage war, dass wir nach Bahrain gehen, um da zu fahren.“ Sollte es dabei bleiben, „dann glaube ich, dass es sicher genug sein sollte. Dann sollten wir dort fahren und uns keine Sorgen über etwas machen, das nicht unser eigenes Geschäft ist.“

Für ihn zähle erst mal nur Schanghai, wo er den ersten Saisonsieg anpeilt: „Das wechselhafte Wetter hier macht aus der Reifenwahl oft eine Lotterie. Ich hatte hier einige gute Rennen, holte 2009 den ersten Sieg für das Team und wurde im Vorjahr Zweiter.“

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