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Michael schleicht, Ralf crasht: Ist bei den Schumis das Popometer kaputt?

Für Ralf und Michael Schumacher läuft's im Moment nicht besonders gut.
Für Ralf und Michael Schumacher läuft's im Moment nicht besonders gut.
Foto: Getty

Die Schumi-Brüder bei der DTM in Hockenheim: Das hieß gemeinsame Frustbewältigung.

Nach Ralfs Crashkurs auf der Strecke und vor Michaels wichtigem Formel-1-Test ab Dienstag in Mugello sind sie auf der Suche nach der verlorenen Form. Und ihre Fans fragen sich: Ist bei den Schumis das Popometer kaputt?

Für ihr Gespür im Hintern, wie ihr Auto auf veränderte Streckenbedingungen reagiert, waren die Brüder berühmt. Auch Ralf. Zu Kartzeiten wurde er sogar als talentierter eingeschätzt. Doch in der DTM ist sein Popometer so weggeblasen wie bei Michael seit dessen Comeback bei Mercedes. Wir erklären die Gründe:

Schumi: Er hadert seit 2010 mit seinem Gummi-Problem. „Da tue ich mich selbst mit meinem Popometer etwas schwer, eine klare Aussage zu treffen“, sagte er über die für ihn neuen Einheitsreifen. Die Pirelli geben ihm auch zwei Jahre danach noch Rätsel auf: „Es ist ein Puzzlespiel aus 1000 Teilen, dass du auf jeder Rennstrecke neu zusammen setzen musst.“

Und als Puzzlespieler ist der Schumi 2012 nicht so gut wie der Seriensieger von 2004. Der fuhr nämlich meist von der Pole Position los und konnte mit den Reifen haushalten. Heute ruiniert sich Schumi im Mittelfeld die Pirelli. Mercedes-Teamchef Ross Brawn: „Weil du im Zweikampf nicht mehr die Linien fahren kannst, die dem Reifen gut tun. Deine Gegner zwingen dir die Linienwahl auf.“

Aber nicht nur Weltmeister Sebastian Vettel, auch Kollege Nico Rosberg hat ein besseres Popometer als der Altmeister. Christian Danner vergleicht für uns ihre Fahrstile: „Die Kunst des schnellen Fahrens mit diesen Reifen ist es, mit minimalem Rutschen die Kurven perfekt zu durchfahren.

In dieser Disziplin ist der Nico ein Meister. Michael will oft zuviel vom Auto und zwingt es auf eine Linie, wo der Gummiabrieb größer ist als der Zeitgewinn.“ Für die Tests in Mugello hofft Schumi, sein Popometer mit den Ingenieuren noch einmal neu justieren zu können.

Schumi II: Er ist vom Naturell her ein Spätbremser. Das ist in der Formel 1 tendenziell gut, in der DTM aber schlecht. Und das scheint er auch im vierten Jahr nicht gelernt zu haben. In Hockenheim verpasste er zweimal den Bremspunkt und fuhr Timo Scheider (Audi) und Bruno Spengler (BMW) in die Kiste.

Scheider schimpft: „Wenn man von so einem erfahrenen Fahrer wie Ralf torpediert wird, ist das extrem dumm. So macht es keinen Sinn und keinen Spaß, wenn einer meint, er müsste Autoscooter fahren.“ BMW-Star Martin Tomczyk gibt Ralf einen gut gemeinten Tipp: „DTM-Rennen gewinnst du mit dem Popometer.“

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