Adrian Sutil (29) und Lewis Hamilton (27). Zwei Formel-1-Stars. Zwei Freunde. Und demnächst zu zweit vor Gericht. Den Deutschen kann es nicht nur die Karriere kosten.
Sutil muss sich am 30. und 31. Januar (jeweils ab 9 Uhr) im Saal B177 des Amtsgerichts München wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. In dem Saal wurden 2008 drei U-Bahn-Schläger verurteilt. Sutil droht ein Jahr Haft auf Bewährung. „Am ersten Tag ist Lewis Hamilton als Zeuge geladen. Es besteht Erscheinungspflicht“, bestätigt Gerichtssprecherin Ingrid Kaps. Der Brite ist aber nicht nur Zeuge, sondern Auslöser der Kriminalstory.
Rückblende: Am 17. April gewinnt Hamilton das Rennen in Schanghai. Er feiert mit seinen Bodyguards und Sutil im Nachtklub „M1nt“, wo es Streit gibt mit Mitgliedern des Teams Lotus-Renault. Sutil verletzt den Luxemburger Lotus-Eigner Eric-Roger Lux mit einem Champagner-Glas am Hals. Die stark blutende Wunde muss mit 24 Stichen genäht werden – ein Foto davon ist ein Beweismittel im Strafprozess gegen Sutil.
„Wir haben ein Video, auf dem einwandfrei zu sehen ist, dass Adrian niemanden angreift oder vorsätzlich verletzt, sondern sich lediglich zur Wehr setzt und jemanden wegschubst“, sagt Sutil-Manager Manfred Zimmermann. „Wir rechnen mit einem Freispruch oder schlimmstenfalls einer Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung. Aber das würde nicht seine Karriere gefährden.“
Beides könnte sich als falsch erweisen. Die Erinnerungen an die Tat sind diffus. Als Zeugen sind am ersten Tag neben Hamilton und Lux Ex-Virgin-Pilot Jêrome d’Ambrosio, PR-Lady Emma Buxton auch ein Hammad Youssef geladen – am zweiten Tag Zimmermann.
Dessen Bemühungen, Sutil nach der Trennung von Force India (dort fährt Nico Hülkenberg) in der Formel 1 zu halten, sind nach dem Williams-Deal mit Bruno Senna vorerst gescheitert.
Zimmermann: „Entweder es gibt noch eine Überraschung oder Plan B.“ Heißt: ein Jahr Pause. Ein Alptraum! Vor der Nacht in Schanghai galt Sutil als möglicher Ersatz für Felipe Massa (Ferrari) oder Michael Schumacher (Mercedes).