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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 23.4.2012

4 gewinnt: Die spannendste F1-Saison aller Zeiten

Von BILL FIELD
Sebastian Vettel: Red Bull-Renault Sieg in Bahrain
Sebastian Vettel: Red Bull-Renault Sieg in Bahrain
Foto: Getty

Wir erleben die spannendste Formel 1 aller Zeiten. Vier Sieger von vier verschiedenen Teams in vier Rennen:

Jenson Button (McLaren) in Melbourne, Fernando Alonso (Ferrari) in Malaysia, Nico Rosberg (Mercedes) in Schanghai und Sebastian Vettel (Red Bull) in Bahrain. Das gab es zuletzt 1983. Und das Beste: Es wird immer bunter.

Denn: Während zu Schumis Glanzzeiten nur Ferrari gegen McLaren um die WM fuhr, haben wir mit Lotus das fünfte siegfähige Team. Mit Kimi Räikkönen und Romain Grosjean standen nun acht verschiedene Piloten auf dem Podium – mehr als in der ganzen Saison 2011!

Vettel weiß: Seine „Mission Hattrick“ wird ein zäher Kampf. „Es ist so extrem eng, da muss in allen Bereichen alles passen.“ Es gab vier WM-Führende (Button, Alonso, Hamilton und Vettel) – und es wird weiter munter hin und hergehen. Denn die fünf Top-Teams verfolgen verschiedene Konzepte:

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Red Bull setzt weiter auf viel Abtrieb in Kurven und opfert dafür Top-Speed. Vettel klagt trotz des Sieges: „Uns fehlt auf den Geraden der Dampf.“ Überholen ist schwierig, wie Kollege Mark Webber erfuhr. Das zwingt die Bullen dazu, in der Startaufstellung weit vorne zu stehen. Merke: Vettel auf Pole ist eine Sieger-Kombination, Vettel im Mittelfeld eher nicht.

Der Renault-Motor verstärkt dieses Konzept: Der RS27 hat fast 30 PS weniger als der Mercedes FO108Z (780 PS), aber ein gleichmäßigeres Drehmoment und verbraucht weniger.

Davon profitiert auch Lotus. Sky-Experte Marc Surer: „Die Lotus fliegen. Das wunderbare Drehmoment schont die Reifen, das ist auf vielen Strecken besser als schiere Leistung.“ Und das Renault-Nachfolgeteam weiß, wie man Titel gewinnt.

Überraschend dagegen die Pleite für McLaren. Die Briten waren seit den Tests dominant, nur Pech verhinderte bisher einen Hamilton-Sieg. Doch in Bahrain von Rang zwei und vier loszufahren und nach zwei Boxenpannen (Hamilton) und zwei Defekten (Button) nur vier Punkte – das ist unakzeptabel.

Bei Ferrari ist ein Fahrer besser als das Auto: Alonso. Teamchef Stefano Domenicali gibt zu: „Unsere Konstrukteure sind zu aggressiv vorgegangen, weniger wäre mehr gewesen.“ Dafür holt Alonso in Eichhörnchenmanier Punkte und hofft auf neue Teile für sein Heimrennen in Barcelona (13. Mai).

Mercedes liegt im Soll – zumindest mit einem Auto. Rosberg berappelte sich nach zwei Quali-Verbremsern, zeigte Rennhärte gegen Hamilton, und Alonso und liegt mit 35 Punkten in Schlagdistanz zur Spitze.

Dank des überragenden Top-Speeds durch den Doppel-DRS-Heckflügel ist er auch in Barcelona Favorit auf die Pole-Position. In Monacos Kurvengeschlängel dürften dagegen wieder die Renault-Teams vorne liegen. Super für die Fans: Es bleibt bunt und spannend.

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