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Tipps für den Autokauf: So erkennt man Mängel bei Gebrauchten

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen.
Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen.
Foto: dpa

Deutsche Autokäufer sind bereit, für Gebrauchtwagen eine Menge Geld auszugeben. Damit jeder Euro gut investiert ist, gilt es, bei der Besichtigung ganz genau hinzusehen. Viele Mängel lassen sich auch ohne Schrauberwissen aufspüren.

9740 Euro – so viel Geld gaben deutsche Autokäufer nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) 2011 im Schnitt für einen Gebrauchtwagen aus. Das sind fast 1000 Euro mehr als 2010. Gefragt waren recht junge Fahrzeuge: Die DAT hat ein Alter von 5,4 Jahren und eine Laufleistung von 74.300 Kilometern im Schnitt ermittelt.

Aufpoliert und innen gründlich gereinigt, machen jüngere Gebrauchtwagen optisch meist eine Menge her und sind augenscheinlich einen hohen Preis wert. Doch Vorsicht: Im hübschen Blechkleid könnte ein technisches Wrack stecken.

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft mit detaillierten Angaben geben.
Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft mit detaillierten Angaben geben.
Foto: dpa

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Wie sich gute Gebrauchte von aufpolierten Autogurken unterscheiden lassen, erklären Experten von TÜV Süd, ADAC und der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ):

Kaufvorbereitung

Möglichst präzise Vorstellungen von Fahrzeugmodell, Baujahr und Preis erleichtern die Suche nach einem guten Wagen aus zweiter Hand. Bei der Vorauswahl ist das Internet nützlich: Autotests auf den Webseiten der Fachpresse und Erfahrungsberichte in Foren wie „Motor-Talk“ oder „Autoplenum“ bieten Orientierungshilfe.

Welche typischen technischen Schwächen einzelne Automodelle haben, lässt sich zum Beispiel in der Pannenstatistik auf der Homepage des ADAC oder im jährlich erscheinenden TÜV-Report-Heft nachlesen. Auf Online-Fahrzeugmärkten lassen sich übliche Preise für einen Wunschwagen ermitteln.

Um Rostschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken.
Um Rostschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken.
Foto: dpa

Fahrzeugbesichtigung

Ist ein passender Gebrauchter gefunden, sollten sich Kunden reichlich Zeit für die Fahrzeugbesichtigung nehmen. Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden.

Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann ist klar, dass die Leuchten schon einmal ausgewechselt wurden - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen.
Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen.
Foto: dpa

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtemessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Lesen Sie hier, welche Gebrauchtwagen die Prüforganisation Dekra in ihrem Report 2013 empfiehlt.

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