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Offroad-Optik: Was Gelände-Blender taugen

Vermeintliche Geländewagen sind oft als Offroader wenig tauglich, bieten aber robuste Optik, erweiterte Ausstattung – und treffen das Lebensgefühl vieler Auto-Kunden.
Vermeintliche Geländewagen sind oft als Offroader wenig tauglich, bieten aber robuste Optik, erweiterte Ausstattung – und treffen das Lebensgefühl vieler Auto-Kunden.
 Foto: Hersteller

Viele der Auto-Modelle erwecken auf einen Blick den Eindruck, sie wären ideale Arbeitstiere abseits der Straße. Doch wirklich für den Offroad-Einsatz taugen die wenigsten. Die meisten Geländewagen sind Gelände-Blender fürs Auge.

Michael Arand, Pressesprecher bei Volkswagen, macht keinen Hehl daraus, dass die Cross-Varianten der Modelle Golf Plus, Touran, Polo und bald wohl auch des VW Up, nicht wirklich fürs Gelände gemacht sind. „Es wird niemand versuchen, mit einem CrossPolo die Dakar zu gewinnen“, sagt er. Es gehe neben der Ästhetik eher darum, dass Fahrer „auf dem Feldweg ein besseres Gewissen“ haben. Denn immerhin ist die Bodenfreiheit um 15 Millimeter vergrößert.

Mehr Lifestyle-Auto als Geländewagen: Abseits der Straßen wird man den Range Rover Evoque – hier die Coupé-Version – wohl nur höchst selten antreffen.
Mehr Lifestyle-Auto als Geländewagen: Abseits der Straßen wird man den Range Rover Evoque – hier die Coupé-Version – wohl nur höchst selten antreffen.
 Foto: Hersteller

 „Die Hersteller suggerieren mit solchen Autos einen gewissen Lebensstil - nach dem Motto: Du bist so frei, du bist so ausdrucksvoll“, sagt Nick Margetts, Geschäftsführer der Marktforschungsfirma Jato Dynamics. Vielen Kunden reiche die rustikale Optik völlig aus. Ein Allradantrieb sei oft gar nicht erwünscht, weil teuer in der Anschaffung und kaum von praktischem Nutzen im Alltag.

Wenn es um die Geländetauglichkeit geht, dürfen Kunden von dem Ende März eingeführten Passat Alltrack schon etwas mehr erwarten, obwohl auch dieser Wagen weit von den Offroad-Fähigkeiten eines Land Rover Defender, Toyota Land Cruiser oder Mitsubishi Pajero entfernt ist. Für mindestens 33.450 Euro gibt es den Passat mit drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit, Unterfahrschutz an Front und Heck sowie mit einem um Offroad-Funktionen wie Bergabfahrhilfe erweitertes Stabilitätsprogramm. Für den Basisbenziner ist allerdings kein Allradantrieb erhältlich.

Allrad oft nur optional

Allrad ist beim ebenfalls erst kürzlich gestarteten Audi A6 Allroad serienmäßig an Bord. Der Geländekombi der Bayern hat neben der Bergabfahrhilfe einen stabilen Unterbodenschutz aus Edelstahl sowie sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Allerdings kostet der Wagen mit einem Basispreis von 54.600 Euro deutlich mehr als der Gelände-Passat.

Der Passat Alltrack ist geländegängiger als die Cross-Modelle von Volkswagen. Das liegt unter anderem an der größeren Bodenfreiheit.
Der Passat Alltrack ist geländegängiger als die Cross-Modelle von Volkswagen. Das liegt unter anderem an der größeren Bodenfreiheit.
 Foto: dpa

Auch SUVs sind nicht unbedingt für Fahrten durch schweres Gelände geeignet. Zwar kommen die hochbeinigen Autos echten Offroadern am nächsten, und einige Modelle wie der BMW X5 oder Mercedes ML machen im Gelände laut Margetts tatsächlich eine gute Figur. Doch eigentlich geht es darum, dem Fahrer „durch möglichst viel Auto um ihn herum“ ein Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr zu vermitteln, sagt er. Der Offroad-Einsatz sei hierzulande ohnehin ein seltenes Szenario: „Der steht vielleicht mal an, wenn der Vater mit der Tochter den Pferdeanhänger zur Koppel zieht.“ Deshalb verwundert es nicht, dass der Allradantrieb für viele SUVs nur optional angeboten wird.

Selbst Land Rover folgte diesem Trend: Der Range Rover Evoque wird in der ab 33.100 Euro erhältlichen Basisversion als Fronttriebler ausgeliefert. Es gibt ihn sogar als Coupé: Der Verzicht auf zwei Türen und drei Zentimeter Kopffreiheit im Fond kostet 1000 Euro extra. Der nächste Schritt könnte ein Evoque Cabrio sein – eine Studie dafür hat Land Rover im März auf dem Genfer Autosalon gezeigt.

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