Rund 1,7 Pornovideos sieht sich der Durchschnittsdeutsche pro Woche an. Nicht jeder Partnerin ist das recht.
Die Hamburger Diplom-Psychologin und MOPO-Kolumnistin Tatjana Schön erklärt, wie man in der Beziehung mit dem heiklen Thema umgeht.
„Nein“, stellt Schön klar. „Von den gängigen Filmen fühlen sich Frauen aber meist nicht angesprochen. Sie wollen nicht als willige Objekte dargestellt werden, sondern wünschen ein ästhetisches Ambiente und erotische Spannung statt stumpfer Darstellung des Geschlechtsaktes. Es gibt auch einen kleinen Markt für Pornofilme von Frauen für Frauen, die bei der weiblichen Zielgruppe in der Regel sehr gut ankommen.“
Wenn Online-Sex zur Sucht wird
Drogen, Alkohol, Online-Rollenspiele: Alles, was einen schnellen unkomplizierten Kick verspricht, kann zur Sucht werden. Pornos machen da keine Ausnahme – und sind übers Internet jederzeit sogar gratis verfügbar.
„Die Hauptrisikogruppe sind – ähnlich wie bei der Sucht nach Online-Computerspielen – junge Single-Männer“, erklärt Diplom-Psychologin Tatjana Schön.
Das Problem, wenn ein Mann über einen längeren Zeitraum täglich Pornos konsumiere, seien Schwierigkeiten, wieder eine Beziehung einzugehen. „Er vergleicht jede Partnerin automatisch mit den Models aus den Filmen. Er erwartet das gleiche makellose Aussehen und das gleiche Verhalten und findet es schwer, normale Frauen attraktiv zu finden.“
Doch wann wird aus einer Gewohnheit eine Sucht? „Wenn ich etwas nicht mehr lassen kann und alles andere dieser Sache unterordne“, definiert es Schön. „Die Ursachen, die zu einer Sucht führen, liegen in der Biografie des jeweiligen Menschen. Gemeinsam ist allen Süchten: Sie sind eine Flucht in eine Parallelwelt, weil der Betroffene Schwierigkeiten im realen Leben nicht meistern kann.“
Oft bekomme man das Problem nur mit einer Therapie in den Griff. Ein so großes Problem wie die Spielsucht sei der unkontrollierte Porno-Konsum aber nicht, weil ein Film den Zuschauer nicht so stark vereinnahmt wie ein Spiel.
Pornos schauen im Büro – kann das die fristlose Kündigung bedeuten? „Möglich ist das“, sagt der Hamburger Fachanwalt für Arbeitsrecht, Dr. Klaus Bertelsmann. „Aber das hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.“
Grundsätzlich sei private Internetnutzung in der Firma auch ohne explizites Verbot nicht automatisch zulässig. Bei Porno-Seiten kämen außerdem noch Sicherheitsbedenken hinzu.
„Wenn jemand nur ab und zu ein paar Minuten privat surft, müsste der Arbeitgeber aber zuvor ein Verbot aussprechen und abmahnen.“ Bei exzessiver Nutzung könne sofort gekündigt werden.