Wenn Oma und Opa sich am 50. Hochzeitstag in den Liebesurlaub verabschieden, anstatt Kaffeeklatsch im trauten Familienkreis zu begehen, verziehen Kinder und Enkel meist angewidert das Gesicht. „Igitt, die Alten werden doch wohl nicht...“ Doch! Sie tun’s noch. Die Lust kommt nie in die Jahre, kann schöner und erfüllter sein als in der Sturm- und Drangzeit.
Sex im Alter ist heute immer noch ein Tabu-Thema - jeder weiß, dass es das gibt, aber was da genau abgeht, wenn das von Jugendlichen so liebevoll titulierte „Krampfadergeschwader“ auf Tuchfühlung geht, mag man sich gar nicht so genau vorstellen wollen.
Dabei könne Sex im Alter nicht nur wunderschön sein, sagt der Heidelberger Sexualforscher Prof. Ulrich Clement, sondern gleichzeitig auch ein lebensverlängernde Wirkung entfalten: „Studien belegen, dass sexuell aktive Menschen im Alter nicht nur liebe- und verständnisvoller miteinander umgehen, sondern auch über eine deutlich stärkeres Immunsystem verfügen und weniger krank sind als enthaltsame Paare.“
Eine aktuelle Untersuchung des „Stern“ unter 75-Jährigen enthüllt, dass 61 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer regelmäßig sexuelles Verlangen haben.
Und immer mehr leben es auch aus – jenseits der 60 hat noch jeder zweite Mann, aber leider nur jede vierte Frau Sex. Dabei würden die meisten Omis schon noch gern – wenn man(n) sie denn ließe.
Doch während die Gesellschaft kaum noch ein Problem damit hat, dass ein Mann jenseits der 70 mit jungen Frauen Sex hat und Kinder zeugt – Promis wie Fritz Wepper und Jean Pütz wissen das nur zu gut – ist eine Frau im „reifen Alter“ in Sachen Sex eine „persona non grata“.
Filme wie „Mathilde liebt“, in denen Christiane Hörbiger als fast 70-Jährige einen Orgasmus vorstöhnt, sind so rar gesät wie Hochzeiten im Altenheim ...