Lustzentrum existiert nicht!

Mythos G-Punkt: Die Suche hat ein Ende

Von S. HILDEBRANDT
Liebeskunst lernen, statt mechanische Lustknöpfe drücken: Beatrice Wagner.
Liebeskunst lernen, statt mechanische Lustknöpfe drücken: Beatrice Wagner.
Foto: Beatrice Wagner

Es gibt ihn, es gibt ihn nicht. Seit Jahren zanken Forscher darüber, ob das weibliche Lustzentrum G-Punkt existiert oder nicht.

Der vorerst letzte Höhepunkt im Kampf unter der Gürtellinie: (S)Experten vom englischen King’s College erklärten 2010 den G-Punkt zum Mythos. „Und ob es ihn gibt“, konterten damals die Franzosen. Engländer verstehen nichts von gutem Essen, wie sollen sie dann was von gutem Sex wissen, tönte es über den Ärmelkanal. Jetzt schalten sich die Amis in die Diskussion um erogene Zonen ein.

Eine Forschergruppe um Amichai Kilchevsky vom New-Haven-Krankenhaus, Connecticut, wertete 96 Forschungsartikel, die in den letzten 60 Jahren zum Thema G-Punkt veröffentlicht wurden, aus, suchte nach Beweisen für den nach dem deutschen Arzt Ernst Gräfenberg benannten Orgasmus-Punkt von der Größe einer Zwei-Euro-Münze. Irgendwo auf halbem Weg zwischen Schambein und Gebärmutterhals an der vorderen Vaginalwand soll er liegen. Das Fazit: „Wir können ohne Zweifel feststellen, dass eine anatomische Wesenheit, die G-Punkt genannt wird, nicht existiert“, so Amichai Kilchevsky.

In all den Jahren der Suche kein einziger Beweis für den G-Punkt. Aber heißt das wirklich, dass es ihn nicht gibt? „Aus meiner Erfahrung gibt es sehr wohl vaginale und klitorale Orgasmen“, kontert die Münchner Sexualtherapeutin Beatrice Wagner. „Aus dieser Tatsache leite ich einen G-Punkt ab, wie auch immer er aussieht.“ Anstatt sich von anderen sagen zu lassen, wo sich erogene Zonen befänden oder nicht, gehe man am besten mit dem Partner auf die Suche, so Wagner zu unsere Zeitung. Für alle, die ihren G-Punkt längst gefunden haben: Weiter genießen!

Sieben Tipps, wie frischer Wind ins Schlafzimmer kommt

1. Reden, reden, reden

Alle Leute reden permanent über Sex, nur nicht über ihren eigenen! Erst wenn die Sex-Flaute angesprochen wird, kommt Licht ins Dunkel. Sprechen Sie ehrlich aus, dass Sie Ihr Sexualleben für eingerostet halten, aber ohne dem Partner Vorwürfe zu machen. Versuchen Sie herauszufinden, ob ihr Partner auch etwas vermisst.

Die 10 großen Sünden, die die Leidenschaft zerstören

1. Sprachlosigkeit

„Wir reden über alles, nur nicht über das, was uns wirklich im Innersten betrifft.“

So lernen Sie, über Sex, was stört, was Sie sich wünschen, zu sprechen: Jeder redet 10 Minuten, was auf der Seele liegt, ohne sich zu unterbrechen. Wählen Sie einen neutralen Ort, etwa den Küchentisch. Dann nehmen Sie sich anschließend in den Arm, intim wie zwei Liebende: Schenkel an Schenkel, Becken an Becken, Bauch an Bauch, Kopf an Kopf. Dann gewinnen Sie Vertrauen, dass die Liebe immer noch vorhanden ist - egal worüber sie sprechen.

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Datum:  30.1.2012
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