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Erfolgreiche Erotikliteratur: Die berühmtesten Sex-Schmöker

Eine Szene aus einem Bühnenstück über Marquis de Sade. Der Franzose schrieb pornografische Romane, feierte aber auch privat wilde Orgien.
Eine Szene aus einem Bühnenstück über Marquis de Sade. Der Franzose schrieb pornografische Romane, feierte aber auch privat wilde Orgien.
Foto: dpa

Erotische Romane erobern die Buch-Charts. Nach dem Sadomaso-Bestseller „Shades of Grey“ erscheint am 1. August der Roman „Safeword“. Darin gibt die Hamburger Domina Nala Martin intime Einblicke in ihren Alltag.

Neu ist dieses Phänomen aber nicht: Sex-Bücher erhitzen schon seit Langem die Gemüter: Schon im 18. Jahrhundert sorgte der französische Autor Marquis de Sade mit Sadomaso-Geschichten für Furore. Von „Justine“ über „Das Delta der Venus“ bis hin zu den „Feuchtgebieten“ – die MOPO stellt die berühmtesten Sex-Schmöker aller Zeiten vor.


Foto: hfr

Geschichte der O

Die erfolgreiche Pariser Modefotografin „O“ hat den Drang, sich Männern zu unterwerfen. Von ihrem Geliebten René lässt sie sich auf einem abgeschiedenen Schloss zur unterwürfigen Sklavin „ausbilden“. Dazu gehören auch das Fesseln und Auspeitschen. Darum geht es in „Geschichte der O“ – einem der bekanntesten SM-Bücher der Welt. Die Französin Anne Desclos veröffentlichte es 1954 unter dem Pseudonym Pauline Réage.
Herbig-Verlag: 304 Seiten, 22,99 Euro


Foto: hfr

Das Delta der Venus

1977 sorgte der erotische Prosa-Band „Das Delta der Venus“ für Wirbel. Denn in den 15 Kurzgeschichten der französischen Schriftstellerin Anaïs Nin geht es auch um Prostitution, Vergewaltigung und Inzest. Noch 1983 soll das Buch in München von der Polizei beschlagnahmt worden sein. Die Autorin ahnte diese Aufregung wohl schon: Sie hatte das Buch schon 1940 fertig geschrieben, veröffentlichte es aber erst 30 Jahre später.
Fischer-Verlage: 336 Seiten, 8,95 Euro


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Lady Chatterley

Für einen Skandal sorgte auch der englische Autor D. H. Lawrence. 1928 kam sein Roman „Lady Chatterley“ heraus. Darin geht es um eine Dreiecksbeziehung zwischen der jungen Constance Chatterley, ihrem Ehemann und einem Wildhüter. Das Buch wurde damals in vielen Ländern verboten. Heute erscheinen die Sex-Szenen aber harmlos: „Sie konnte die Vereinigung hinauszögern und ihren Orgasmus erlangen, während er bloß ihr Werkzeug war.“
Rowohlt: 480 Seiten, 9,95 Euro


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Feuchtgebiete

Urin, Eiter, Sperma: Ja, auch damit landet man in den Bestseller-Listen! „Feuchtgebiete“ stand 2008 sieben Monate an der Spitze der Buch-Charts. Moderatorin Charlotte Roche beschreibt darin das Leben der 18-jährigen Helen, die sich bei der Intimrasur eine üble „Analfissur“ zuzieht. Am Krankenbett will sie ihre geschiedenen Eltern wieder zusammenbringen. Story voller Hämorrhoiden, Masturbation und Avocadokernen in Körperöffnungen.
Ullstein: 224 Seiten, 8,95 Euro


Foto: hfr

Justine

Von seinem Namen wurde der Begriff „Sadismus“ abgeleitet. Und das aus gutem Grund: Der französische Adelige Marquis de Sade (✝ 1814) wurde im 18. Jahrhundert mit heftigen pornografischen Romanen bekannt. In „Justine oder vom Missgeschick der Tugend“ (1787) beschreibt er das Leben der jungen Frau Justine, die allerlei Erniedrigungen über sich ergehen lassen muss: Sadisten peitschen sie bis aufs Blut und zwingen sie, perverse Orgien zu feiern. Harter Tobak!
Ullstein-Verlag: 224 Seiten, 7,49 Euro

(sib)

„Erotik-Romane verringern die Scham“
Foto: hfr

Erotische Romane – sind sie einfach nur ein Zeitvertreib oder verändern sie tatsächlich das Sex-Leben der Menschen? Die MOPO sprach mit der Hamburger Sexual-Therapeutin Ann-Marlene Henning (47).

MOPO: Wie erklären Sie sich den Erfolg von „Shades of Grey“?

Ann-Marlene Henning: An erster Stelle der Sex-Fantasien steht bei den deutschen Frauen der Wunsch nach erzwungenem Sex. Dabei geht es aber nicht um Gewalt. Vielmehr wünschen sie sich, dass der Mann im Bett bestimmt, wo es langgeht. Das Buch ,Shades of Grey’ greift dieses Thema auf.

Woher kommen diese Fantasien der Frauen?

Frauen müssen heute im Alltag tough sein. Da wollen sich viele im Bett einfach mal wieder fallen lassen.

Verändert erotische Literatur das Sex-Leben der Menschen?

Explizite Sex-Bücher überschreiten Grenzen. Und damit nehmen sie dem Leser ein bisschen seiner Scham. Erotische Literatur kann die Menschen öffnen, auch selbst mehr über ihre sexuellen Wünsche zu reden. Und das kann natürlich schon ihr Sex-Leben verändern.

Gleich geht s weiter: Bitte einfach kurz die Frage zum Spot beantworten.

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