Mittwoch mussten alle Arbeiter im Unglücks-AKW Fukushima evakuiert werden. Über dem Reaktor 3 waren dicke schwarze Rauchwolken aufgestiegen, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der Grund ist unklar.
Mittlerweile soll der Rauch aber wieder weniger werden. Weitere Kühlversuche mussten jedoch eingestellt werden.
Mittlerweile gibt es in den Blöcken 3 und 4 wieder Strom. Tepco veröffentliche Bilder aus den Kontrollräumen, der stark beschädigten Reaktorgebäude (siehe Fotogalerie).
Doch auch in Block 2 gab es wieder Probleme mit viel zu hohen Strahlungswerten. Die Arbeiten zur Instandsetzung der Reaktortechnik im Block 2 des Atomkraftwerks wurden deswegen am Mittwoch abermals unterbrochen.
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurde eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen - die natürliche Hintergrundstrahlung liegt je nach Region bei etwa 2 Millisievert pro Jahr.
In Block 2 wird befürchtet, dass der innere Reaktorbehälter bei einer Explosion in der vergangenen Woche beschädigt wurde. Techniker wollen dort wie schon im Reaktorblock 3 zunächst die Beleuchtung im Kontrollraum wiederherstellen und Messinstrumente mit Strom versorgen.
• Kleinkinder dürfen kein Leitungswasser in Tokio mehr trinken
Babys und Kleinkinder sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von 210 Becquerel pro Liter an radioaktivem Jod 131 festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung am Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz.
Für Erwachsene sei diese Menge jedoch nicht gefährlich.
• Lieferstopp für Gemüse ausgeweitet
Die Verstrahlung der Umwelt veranlasste am Mittwoch die Regierung, den Lieferstopp für Gemüse aus der Präfektur Fukushima auszuweiten. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen nach dem Unglück im AKW Fukushima eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde.
Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.
In Proben fand das Gesundheitsministerium beim Blattgemüse Kukitachina 82.000 Becquerel an radioaktivem Cäsium und 15.000 Becquerel an radioaktivem Jod - dies übersteigt die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 164 beziehungsweise 7. In der Präfektur Ibaraki wurde auch radioaktiv belastete Milch gefunden.
• Erdbeben in der unmittelbaren Umgebung des AKW
Mehrere heftige Erdstöße erschütterten am Mittwoch die unmittelbare Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima. In der Anlage seien keine weiteren Schäden entstanden, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde NISA mit. Die laufenden Arbeiten seien nicht gestört worden.
Der intensivste Erdstoß hatte um 7.12 Uhr Ortszeit (23.12 Uhr MEZ) die Stärke von 6,0. In der US-Erdbebenwerte wurde eine Stärke von 5,7 gemessen. Das Epizentrum lag 72 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Fukushima und 180 Kilometer nordnordöstlich von Tokio.