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Zoff um Enkel Levin Öztunali: Uwe Seeler rechnet mit dem HSV ab: „Armselig und lächerlich!“

Vereinsidol Uns Uwe Seeler rechnet mit seinem HSV ab.
Vereinsidol "Uns Uwe" Seeler rechnet mit seinem HSV ab.
Foto: dpa

Der HSV hat um Levin Öztunali gekämpft, dem 16-Jährigen schon ab Sommer eine Perspektive im Profibereich aufgezeigt. Doch der Enkel von Uwe Seeler lehnte die Offerte ab, entschied sich für das Angebot von Bayer Leverkusen. Nun ist ein Riesenstreit entbrannt, mit der Vereins-Legende und Frank Arnesen in den Hauptrollen.

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Der Hamburger Sportchef hatte zunächst recht gelassen auf den Verlust des Junioren-Nationalspielers reagiert. „Das Leben geht weiter“, stellte Arnesen fest. Klar, es sei schade, „aber wir haben uns nichts vorzuwerfen. Finanziell haben wir uns noch nie so um ein Talent bemüht wie diesmal“, sagte er.

Tauscht den HSV-Dress gegen ein Trikot von Bayer Leverkusen: Uwe Seelers Enkel Levin Öztunali.
Tauscht den HSV-Dress gegen ein Trikot von Bayer Leverkusen: Uwe Seelers Enkel Levin Öztunali.
Foto: imago


Hinter den Kulissen soll der Sportdirektor seinem Ärger über die Absage aber mit einer knallharten Entscheidung Luft verschafft haben. Sein Enkel, berichtete Seeler, dürfe in der Rückrunde nicht mehr für die A-Junioren des HSV spielen. Sogar die Teilnahme am Trainingsbetrieb werde ihm verboten.


„Levin ist freigestellt worden, das habe ich zur Kenntnis genommen. Es ist armselig und lächerlich, denn er ist ein ordentlicher Junge, der bis zum Ende alles gegeben hätte. Irgendetwas wird uns schon einfallen, damit sich der Junge bewegen kann“, sagte „Uns Uwe“ im Gespräch mit der MOPO.


Bricht Seeler jetzt mit dem HSV? Auf jeden Fall ist er voller Wut auf die Verantwortlichen um Arnesen: „Ich stehe für die 50er, 60er und 70er-Jahre des HSV, doch diesen HSV gibt es nicht mehr. Der Verein hat seine Seele und Tradition ein bisschen verloren. Ich unterstütze meinen Enkel, ebenso wie die gesamte Familie.“

HSV-.Sportchef Frank Arnesen hat den Kampf um Levin Öztunali verloren.
HSV-.Sportchef Frank Arnesen hat den Kampf um Levin Öztunali verloren.
Foto: Witters


Dass sich Levin Öztunali gegen Hamburg und für ein Engagement beim Werksklub (Vertrag bis 2018) entschied, habe „absolut gar nichts mit Geld“ zu tun gehabt, betont Seeler: „Bayer Leverkusen ist ein guter Verein. Der HSV-Vorstand muss sich selbst mal hinterfragen, warum in den vergangenen Jahren so viele Talente weggegangen sind. Ich hoffe, dass sie langsam mal aufwachen und darüber nachdenken. Sie sollten die Schuld nicht immer anderen geben, wenn sie selbst schlafen.“

Zuletzt hatten die Macher beim HSV immer wieder klargestellt, künftig noch stärker auf den eigenen Nachwuchs setzen zu wollen. Matti Steinmann und Christian Nörgaard (beide 18) zählen schon in der laufenden Saison zum Profikader, beide kamen zwar nicht in der Bundesliga, aber in Testspielen zum Einsatz.

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Vergangene Woche wurde der Vertrag von Verteidiger Jonathan Tah (16), dem Kapitän der deutschen U17-Nationalmannschaft, bis 2016 verlängert. Ein Riesenerfolg für den HSV, so Arnesen, denn Tah stand auf dem Einkaufszettel der englischen Topklubs Manchester United und Arsenal London.

Jonathan Tah ist Kapitän der deutschen U17-Auswahl – und gilt als größtes aller HSV-Talente.
Jonathan Tah ist Kapitän der deutschen U17-Auswahl – und gilt als größtes aller HSV-Talente.
Foto: Witters


Öztunali gab ihm nun einen Korb. Seelers Vorwurf, sein Enkel dürfe daher beim HSV nicht mehr mitmachen, kann Arnesen nicht nachvollziehen. Auf Anfrage der MOPO sagte der Sportchef: „Levin Öztunali hat bei uns einen Vertrag bis Saisonende. Das respektieren wir natürlich. Er hat die Entscheidung getroffen, den HSV dann zu verlassen. Da ist es klar, dass wir bevorzugt Spieler einsetzen, die weiterlaufende Verträge haben und gern bei uns spielen möchten. Es ist aber nicht richtig, dass Levin suspendiert worden ist.“


Mete Öztunali, der seinem Sohn als Berater zur Seite steht und die Verhandlungen führte, ist im Übrigen schon seinen Job los. In den zurückliegenden sieben Jahren arbeitete er als Scout für den Nachwuchsbereich des Traditionsvereins. Nun wurde er kurzerhand beurlaubt.

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