Er ist da! Um 11 Uhr wurde Thorsten Fink am Montag offiziell beim HSV vorgestellt. "Mir geht es hervorragend und ich freue mich, ich bin hier bei einem tollen Klub", sagte der neue Trainer. "Ich bin ein junger Trainer und will Erfolg haben. Ich bin, wie ich bin. Mehr der Typ Klopp. Autoritär oder Kumpel-Typ – das entscheide ich situationsbedingt. Der eine Spieler braucht dies, der andere das." Der Ex-Baseler weiter: "Es geht nicht darum, zu sagen: Wir sind jetzt im Abstiegskampf. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen, das ist jetzt die Aufgabe. Es wird etwas dauern, bis wir zum Bayern-Jäger werden, man muss realistisch sein."
Für den HSV soll mit Fink der Beginn einer neuer Ära eingeläutet werden. "Der Verein ist den Weg mit den jungen Leuten gegangen und ich werde das auch weiter tun. Die jungen Spieler sollen sich an die älteren anlehnen und ich gebe die Haltung vor." Der 13. Trainer in den letzten zehn Jahren soll endlich für Kontinuität sorgen. Der Coach: "Man muss überzeugt sein von sich und ich glaube, dass ich hier langfristig arbeiten kann. Das letzte, was ich habe in meinem Leben, ist Angst. Mich haben sie als Spieler beim FC Bayern auch immer unterschätzt."
Um 10 Uhr sprach Fink etwas 20 Minuten zu seinen Profis, die sich anschließend mit den Assistenten Frank Heinemann und Rodolfo Cardoso zum Auslaufen begaben.
Ab Dienstag werden dann alle beim HSV wissen, wie der Neue so tickt. „Wir treffen uns um acht Uhr“, sagt Arnesen. „Dann werde ich Thorsten im Halb-Stunden-Takt alle Bereiche vorstellen.“ Der Medizin- und Trainerstab, die Geschäftsstelle – Fink wird viele Hände schütteln, einen Crash-Kurs in Sachen Kennenlernen vollführen. „Bei mir ging das auch alles an einem Tag, das hat mir gut getan“, so Arnesen. Nun kommt Fink in den Genuss der vollen HSV-Ladung. Um 15 Uhr steigt dann auch sein erstes Training.
Was wird sich direkt ändern? Fink und die Folgen.
Das Trainerteam:
Neuer Trainer, neues Personal. So sieht es fast immer bei einem Trainerwechsel aus. Auch beim HSV. Das Kompetenzteam auf dem Übungsgelände an der Imtech Arena wird sich unter Fink verändern. „Wie genau es aussehen wird, soll der Trainer am Montag sagen“, erklärt Sportchef Frank Arnesen. Fest steht, Fink wird aus Basel seinen U21-Coach Patrick Rahmen mit nach Hamburg bringen. Zuletzt gab es mit Frank Heinemann und Rodolfo Cardoso gleich zwei Co-Trainer bei den Profis. Cardoso soll vorerst als Chef in die Regionalliga zum HSV II zurückkehren. Fink: "Der Kontakt zu Cardoso wird sehr, sehr groß sein. Ich werde täglich mit ihm telefonieren, denn der Nachwuchs ist mir sehr wichtig. Die U23-Mannschaft muss das Sprungbrett zu den Profis sein."
Der Kader:
34 Spieler gehören derzeit zum Profi-Kader beim HSV. 20 kamen in den ersten acht Ligaspielen bereits zum Einsatz. Neue Gesichter wird es unter Fink zunächst nicht geben, dafür aber neue Chancen für die, die bislang nur wenig oder gar nicht zum Einsatz kamen. Arnesen sagt: „Thorsten Fink kann mit jungen und erfahrenen Spielern gut umgehen.“ Im Training muss sich ab sofort jeder neu beweisen.
Das Spielsystem:
Gerade in den ersten Saisonspielen unter Michael Oenning wurde beim HSV viel getauscht und ausprobiert. Eine wirkliche Spielidee war allerdings maximal nur ansatzweise erkennbar. Unter Cardoso hat sich das bereits geändert. Der HSV setzte klar auf die Offensive. So wird auch unter Fink die Ausrichtung sein. Der 43-Jährige: "Ich werde sicherlich in einem 4-4-2-System spielen, das ist ganz klar. Situativ werden wir vielleicht auch mal nur mit einer Spitze spielen, das muss die Mannschaft beherrschen." Die Karten werden jedenfalls neu gemischt. „Er hat einen klaren Plan, will immer die Kontrolle über das Spiel haben“, sagt Arnesen.
Schlusswort von Fink: "Ich kann einfach nicht verlieren. Das ist so. Dann werde ich sauer. Wir wollten mit Bayern früher jedes Spiel gewinnen, auch wenn wir in Madrid gespielt haben. Und diese Einstellungen müssen wir hier auch haben."
Am Dienstag (18.10.) leitet der neue Trainer Thorsten Fink sein erstes HSV-Training.
Foto: WITTERS
Am Montag (17.10.) wird der neue HSV-Trainer Thorsten Fink von Sportchef Frank Arnesen und Boss Carl Jarchow den Pressevertretern vorgestellt.
Foto: dapd| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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