Bei Borussia Mönchengladbach war er Spieler, beim HSV Manager – und das jeweils überaus erfolgreich. Vor dem Bundesliga-Duell „seiner” Klubs am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.DE) sprach die MOPO mit Fußball-Idol Günter Netzer (67).
Günter Netzer: Also, auch mich überrascht diese Entwicklung – vor allem, weil die Borussia mittlerweile ein Mitfavorit für die Meisterschaft ist.
Das liegt in erster Linie am Trainer. Lucien Favre ist zwar kein Zauberer. Aber er hat ganz klare Vorstellungen vom Fußball, hat die bereits vorhandenen Qualitäten der Spieler freigelegt. Denn klar ist: Ohne gute Spieler funktioniert das nicht.
Er hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert und die Taktik verändert. Darauf sind die Spieler schnell angesprungen, konnten es sofort umsetzen. Sie haben zuvor immer unter Wert gespielt, wurden von Favres Vorgängern nicht gefordert.
Ja, meistens ist das Einfache die beste Art und Weise etwas zu verändern. Favre hat die Spieler nicht in ein Schema gepresst, die können sich jetzt richtig ausleben. Dadurch wird die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen beschleunigt.
An Mike Hanke! Der war vorher ein guter, aber beileibe kein herausragender Bundesligaspieler. Es ist sensationell, was er jetzt – im Zusammenspiel mit Marco Reus – leistet.
Nachdem ich lange Jahre Depressionen wegen der Borussia hatte (lacht), reißt mich die jetzige Leistung vom Stuhl, ich bin hellauf begeistert. Aber der Vergleich kommt mir etwas zu früh. Wir haben damals über Jahre begeisternden Fußball gespielt – schon bevor wir Titel holten. Jetzt braucht die Borussia Kontinuität, sie muss alles bestätigen, sich stabilisieren.
Stimmt. Das ist jetzt die große Herausforderung. Gladbach muss mit dem Geld von Reus, der nicht 1:1 zu ersetzen ist, versuchen, das vorhandene Niveau zu kompensieren. Während Reus nicht zu halten war, sehe ich das bei Neustädter und Dante, für den ich als Abwehrchef pure Bewunderung empfinde, anders. Es wäre sicherlich schlecht, alle Leistungsträger zu verlieren.
Den muss ich dann wohl beschimpfen (lacht). Aber im Ernst: Ich bestätige das zu 100 Prozent, das sehe ich schon lange so, dafür habe ich nicht die letzten Monate gebraucht. Toll, was er so alles mit links macht – das war ja ohnehin nicht mein starker Fuß...
Ja, aber nur wenn die anderen nicht aufpassen. Die derzeitige Leistung der Bayern ist für mich völlig unverständlich. Aber sie bleiben Favorit. Genau wie die Dortmunder, die mir sehr stabil scheinen.
Die Niederlage zu Hause im Nordderby gegen Bremen war ein herber Rückschlag. Vorher hat der Klub gezeigt, dass er natürlich das Potenzial hat, um da unten rauszukommen. Ich verstehe allerdings nicht, warum der HSV schon froh ist, das geschafft zu haben. Als es drauf ankam, mehr erreichen zu können, gab es leider das 1:3. Vielleicht hat man die Situation in Hamburg doch etwas zu positiv gesehen. Trotz allem sehe ich für den HSV noch immer die Chance, den Europa-League-Platz zu erreichen.
Thorsten Fink macht auf mich einen sehr guten Eindruck. Ich finde ihn sehr erfrischend, denn er lebt Fußball und ist auf jeden Fall in dieser Phase der Richtige für den HSV.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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