Da war es wieder, das andere, das Gute-Laune-Gesicht des HSV. Mit dem 1:0 gegen Hannover setzte der Klub einen Meilenstein Richtung Klassenerhalt. Macht er den Sack nun schnell zu? Oder schickt er seine Fans schon am Sonnabend zurück in die Hölle?
Thorsten Fink kennt seine Pappenheimer. Gratulanten kamen ihm deshalb gerade recht, der Trainer wusste es besser. Ja, er war zufrieden. Sicher, seine Profis überzeugten gegen Hannover. Und ganz bestimmt, der Klassenerhalt ist nah. Doch das große Aber schwebt für Fink über allem: „Die Mannschaft hat gezeigt, wie es geht. Aber sie muss es im nächsten Spiel wieder bestätigen. Da bin ich natürlich auch schon wieder sehr gespannt drauf.“
Eine süffisante Darstellung der Lage, nachdem der Himmel-und-Hölle-HSV erneut zugeschlagen hatte. Die Wellentäler sind mittlerweile irrwitziger Natur: Jüngst vier Pleiten am Stück, dann Erfolgsmomente in Kaiserslautern (1:0) und gegen Leverkusen (1:1). Es folgte das Desaster in Hoffenheim (0:4), nun die beeindruckende Widerauferstehung gegen Hannover. Mit Herz, Leidenschaft und jeder Menge Power und Willen. Aber bleibt’s auch dabei?
„Das war nur ein kleiner Schritt, wir haben noch überhaupt nichts erreicht“, erklärte David Jarolim noch während des Schlussjubels. „Es muss jetzt gnadenlos so weiter gehen“, befand auch Marcell Jansen. Die Profis scheinen Blut geleckt und endlich kapiert zu haben. Aber kann man diesem Frieden trauen?
Fink nimmt sein Team in Schutz. „Würden wir immer so auftreten wie diesmal, wären wir oben dabei“, so der Trainer. „Aber das können wir nun mal nicht. Wir haben eine junge Mannschaft, da sind Schwankungen normal.“
Der HSV bleibt also eine Wundertüte. Doch was ist am Sonnabend drin? Setzen die Profis entschlossen nach, könnten sie schon in Nürnberg den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Geht’s im Frankenland schief, wird’s wohl wieder richtig eng im Tabellenkeller. Es warten 90 Minuten, in denen die Mannschaft zeigen kann, was wirklich in ihr steckt. Nicht nur Thorsten Fink ist gespannt wie Bolle.
Ein Spiel muss Paolo Guerrero noch aussetzen. Am Sonntag nutzte der Peruaner seine Freizeit zum Besuch des Hamburger-Weg-Projektes „Kids in die Clubs“ an der Gesamtschule Allermöhe. Um Werbung für den Eintritt in Vereine zu machen, spielte er mit den Jugendlichen unter anderem Tischtennis und Basketball.
Alle machten mit: Die HSV-Fans zeigten schon vor dem Anpfiff, in welche Richtung es gegen Hannover gehen sollte.
Foto: WITTERS| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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