Am Sonnabend wird ‚„Uns Uwe“ Seeler 75 Jahre alt. Der HSV hat für seinen größten Fußballer aller Zeiten einen Empfang mit 400 Gästen in der Imtech Arena organisiert. Die MOPO bat Uwe an für ihn bewegende historische Orte. Hamburgs Ehrenbürger schildert exklusiv seine Erlebnisse: „Das ist mein Leben.“
Aufgewachsen bin ich im Winzeldorfer Weg 16, der früher Schnelsener Weg hieß. Später habe ich als Kind auch noch in der Bismarckstraße 104 gewohnt. Im Zweiten Weltkrieg war’s in der ‚Winzeldorfer‘ natürlich oft bedrohlich. Das Haus gegenüber in der Frickestraße war bereits platt, auch bei uns hat eine Bombe eingeschlagen. In der vierten Etage. In der dritten wohnten wir. Mein Vater Erwin und Nachbarn verhinderten, dass unser Haus abbrannte. Wir Kinder haben dem Besitzer des Feinkostladens geholfen, die Sachen sicherheitshalber vor die Tür zu stellen. Als Belohnung gab es dann irgendetwas zu essen.
Oft habe ich vor Angst auf dem Schoß meiner Mutter Anni gesessen. Meine Güte, das hat schon ordentlich geknallt. Als ich irgendwann einmal einen Tiefflieger-Alarm nicht richtig mitkriegte und durch die Gegend gelaufen bin, habe ich einen Arschvoll gekriegt.
Vom Krieg abgesehen habe ich fast nur gute Erinnerungen an meine Kindheit. Manchmal frage ich mich allerdings, wie wir es schafften, mit sechs Leuten auf 50 Quadratmetern klarzukommen. Wir hatten nur Ofenheizung, kein fließend warmes Wasser. Da muss ich meinen Eltern ein großes Kompliment machen. Sie haben es uns allen trotzdem schön gemacht. Ich fühlte mich total behütet. Mudder war als Köchin eine Künstlerin. Ihre Eintöpfe waren immer wunderbar. Mein Lieblingsessen waren Steckrüben und Kartoffelsuppe.
Mein Tagesablauf nach Ende des Krieges war meist gleich: Schule, Schularbeiten machen, raus zum Bolzen. Ich kam am Ende des Tages als Dreckspatz zurück, sah wie ein Kohlenarbeiter aus. Weil wir nicht viel anzuziehen hatten, musste Mudder die Klamotten abends noch mal mit dem Waschbrett säubern, damit ich am nächsten Morgen hübsch angezogen zur Schule gehen konnte. Darauf hat sie stets viel Wert gelegt.
Was sie gar nicht witzig fand: Ich habe mir Schuhe von ihr oder meiner Schwester Purzel stibitzt und damit Fußball gespielt. Dann meckerte sie und drohte mit dem Kochlöffel. Wirklich zugeschlagen hat sie nicht. Die Höchststrafe war für mich der Stubenarrest! Nicht Fußball spielen zu dürfen war die Hölle für mich. Vadder hat mir dann Schuhe besorgt. Ich musste ihm hoch und heilig versprechen, dass ich sie nicht als Buffer benutze.
Da es nach dem Krieg praktisch keine Autos gab, konnten wir auch auf der Straße Fußball spielen. Heute gibt’s fast keine Parkplätze mehr. Damals haben wir oft Straße gegen Straße gespielt. Wenn wir untereinander kickten, bin ich selbst als Jüngster von den älteren Jungs als Erster gewählt worden. Flugkopfbälle und Fallrückzieher habe ich auch auf dem Kopfsteinpflaster geübt – manche Landungen haben sehr wehgetan.
Später in der Bismarckstraße habe ich es genossen, wie wir gemütlich um den Tisch im Flur herumsaßen und uns beim Essen was erzählt haben. Ich habe ganz viel Liebe gespürt, das kann man kaum in Worte fassen. Ich bin froh, dass ich in diesen einfachen Verhältnissen groß geworden bin, mir Vadder schon früh mit auf den Weg gab: ‚Geld ist nicht alles im Leben.‘ Und: ‚Neid und Missgunst sind schlechte Eigenschaften.‘ Diese Sätze haben mein Leben stark geprägt.“
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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