Am Sonnabend ist es so weit: Uwe Seeler, Hamburgs größter Fußballer aller Zeiten, wird 75 Jahre alt. Seinen Geburtstag feiert er dort, wo er den HSV-Fans unendlich viele schöne Momente bescherte: Im Volksparkstadion begeisterte „Uns Uwe“ durch seine (Flug-)Kopfbälle, Fallrückzieher, seine unbändige Kampfkraft und schließlich durch seine vielen Tore. In der MOPO schildert er seine Erlebnisse, erklärt, wie er den Neubau vorantrieb und wie er den HSV von heute sieht.
Die Einführung der Bundesliga 1963 bedeutete für den HSV gleichzeitig den Umzug ins Volksparkstadion, in dem wir zuvor nur im Europapokal gespielt hatten. Der Rothenbaumsportplatz war zu klein und entsprach nicht den Sicherheitsbestimmungen des DFB. Jahrelang habe ich mich darüber geärgert, dass der Rasen in unserem neuen Zuhause zu lang und manchmal auch zu uneben war. Von der Stadt Hamburg hörten wir immer nur, dass „gewisse Dinge nicht machbar sind“. Und: „Wenn zu viel gewalzt wird, erstickt der Rasen.“
Daran lag es aber nicht, dass der HSV zu meiner Zeit in der Bundesliga nur Mittelmaß war. Der HSV hat zu spät das professionelle Denken angefangen. Alles lief immer hanseatisch korrekt ab. Geld war im Prinzip da, doch es wurde nicht das kleinste Risiko eingegangen. Wir Spieler konnten deshalb den normalen Beruf nicht aufgeben. Ich bin für „adidas“ nebenbei 60.000 Kilometer im Jahr gefahren.
Zudem war Sicherheit für mich immer extrem wichtig. Deshalb bin ich 1961 nicht zu Inter Mailand gegangen. Trainer Helenio Herrera wollte mich unbedingt, das Millionen-Angebot, von zunächst einer Million Mark Gehalt im Jahr, wurde ständig erhöht. Ich bin froh, dass ich nicht schwach wurde.
Beim HSV machte es ja auch Spaß. Natürlich hat es mich beflügelt, wenn die gewaltigen „Uwe, Uwe“-Rufe der HSV-Fans zu hören waren. Aber ich glaube, sie haben auch die gesamte Mannschaft angespornt, wir haben zusammen so manches Ding noch umgebogen.
Als meine Karriere sich dem Ende neigte, wurde eine große HSV-Ära eingeleitet. Meine Hochachtung gilt immer noch dem früh verstorbenen Talentspäher Gerhard Heid, der dem HSV u.a. Rudi Kargus, Peter Hidien, Caspar Memering und Manfred Kaltz bescherte. Ich bin froh, dass ich dem HSV später als Präsident helfen konnte – mit dem neuen Stadion. Meine Hochachtung gilt der Stadt Hamburg, die damals erkannt hat, dass wir sonst wohl schnell in der 3. Liga gelandet wären. Alle Parteien haben zugestimmt, das war großartig.
Ich gebe zu, dass ich mich in den vergangenen Jahren schon häufiger über meinen HSV geärgert habe. Ich bin alles andere als ein Nörgler, doch Kritik wurde zuletzt als etwas Böses angesehen. Ich finde es nicht gut, dass bei den Personal-Entscheidungen oft zu viel Risiko gegangen wurde. Auch beim HSV hat es immer gute Spieler gegeben, die man nach ihrer aktiven Karriere hätte einbauen können – angefangen vor langer Zeit mit Peter Nogly. Der Klub hat sich fast durchweg anders entschieden – und so viel von seiner Seele verloren. Das hat vor allem Bayern München, das viele verdienstvolle Spieler auf die eine oder andere Weise integriert hat, perfekt hingekriegt. Warum wir nicht?
Ich glaube trotz aktueller Krise, dass wir die Bundesliga halten werden, obwohl ich in jeder Liga zum HSV gehen würde. Aber es wird bis zum Schluss sehr eng bleiben. Im Stadion-Museum stehen viele Pokale aus besseren Zeiten. In dieser Saison ist der wichtigste Pokal der Klassenerhalt.
Eintritt in den Hamburger SV
Erste internationale Berufung in die Jugend-Nationalmannschaft beim FIFA-Jugendturnier in Belgien
Debüt in der Liga-Mannschaft des HSV gegen den 1. SC Göttingen 05 (1 : 0)
Teilnahme am FIFA-Jugendturnier in Westdeutschland. Seeler erzielt 13 der 20 deutschen Tore
Erstes Oberligaspiel und Tor für den HSV gegen den VfB Oldenburg
Erstes Länderspiel gegen Frankreich
WM-Teilnahme in Schweden – 4. Platz. Erstes Länderspieltor gegen Argentinien (3 : 1)
Hochzeit mit Ilka Buck
„Jahrhunderttor“ per Fallrückzieher im Endrundenspiel der Deutschen Meisterschaft gegen Westfalia Herne
Einziger Deutscher Meistertitel Seelers mit dem HSV durch ein 3:2 im Endspiel gegen den 1. FC Köln in Frankfurt. Zweifacher Torschütze: Seeler
Deutschlands Fußballer des Jahres bei der erstmaligen Vergabe dieses Titels.
Ablehnung des 1-Million-Mark-Angebots von Inter Mailand.
Gegen Dänemark (5:1) erstmals Kapitän der Nationalelf. Dreifacher Torschütze: Seeler.
Zum siebten Mal Torschützenkönig der Oberliga Nord mit 28 Treffern. Zweite WM-Teilnahme bei der Endrunde in Chile – Aus im Viertelfinale gegen Jugoslawien (0:1).
Der HSV schlägt im DFB-Pokalfinale in Hannover Borussia Dortmund mit 3:0. Dreifacher Torschütze: Seeler.
1. Bundesligaspiel in der neugegründeten Fußball-Bundesliga gegen Preußen Münster (1:1).
1. Bundesligator beim 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken.
Berufung in die Weltelf zum Spiel gegen England in London (1:2)
Torschützenkönig der neugegründeten Bundesliga mit 30 Treffern
Zum zweiten Mal Deutschlands „Fußballer des Jahres“
Achillessehnenriss im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Ärzte-Prognose: Karriereende wahrscheinlich
Comeback im Spiel HSV gegen „HSV-Fohlen“
Rückkehr in die Nationalelf. Mit dem Tor zum 2:1 gegen Schweden schießt Seeler Deutschland zur WM 1966 in England
Dritte WM-Teilnahme. Das Team von Kapitän Seeler wird nach dem Wembley-Tor „nur“ Vize-Weltmeister
Der HSV steht im Finale um den Europapokal der Pokalsieger und verliert in Rotterdam mit 0:2 gegen den AC Mailand
Seeler erzielt sein 100. Bundesliga-Tor
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
Bundesliga-Kenner aufgepasst: Ab sofort können Sie sich für unser traditionelles Fußball-Tippspiel anmelden. Beim Buli-Cup warten tolle Preise auf die besten Tipper!
Alle wichtigen Infos über den HSV für das iPhone! Und das kostenlos! Dazu den exklusiven Reporterticker, mit dem Sie noch näher am Geschehen sind.
| Bundesliga | 2. Bundesliga |
| 3. Liga | Frauen-Bundesliga |
| A-Jugend BL Nord | B-Jugend BL Nord |