Nur ein Sieg aus 14 Spielen – die HSV-Bilanz von Michael Oenning als Cheftrainer wird immer schlechter, doch von einer Trainerdiskussion wollten die Verantwortlichen in Hamburg bislang nichts wissen. Seit Sonnabend ist damit Schluss. Von Sportchef Frank Arnesen bekam Oenning erstmals nur noch eine Job-Garantie für das nächste Spiel.
„Ich stehe zu 100 Prozent hinter dem Trainer. Michael wird auch in Stuttgart auf der Bank sitzen. In diesem Moment passiert nichts“, erklärte Arnesen nach der Gladbach-Pleite.
So weit, so gut und auch nicht überraschend. Aber was passiert, wenn es in Stuttgart erneut keine Punkte gibt? Wie lange darf der Trainer noch verlieren? Arnesens Antwort: „Man kann im Moment nicht über Monate reden. In dieser Situation reden wir von Tag zu Tag, von Woche zu Woche.“
Heißt im Klartext: Oenning steht ab sofort unter besonderer Beobachtung. Sollte am Freitag beim VfB ein ähnlicher Auftritt wie der gegen Mönchengladbach folgen, ist die Zeit für einen Trainerwechsel beim HSV mal wieder gekommen. Anders ist die Aussage des Sportchefs kaum zu interpretieren.
Auch der Vereinsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow will Trainer Michael Oenning keine langfristige Job-Garantie geben. Der Frage nach Konsequenzen, falls das Bundesliga-Spiel am Freitag beim VfB Stuttgart erneut verloren wird, wich der FDP-Politiker aus. „Wir haben vereinbart, darüber keine Aussagen zu treffen“, sagte Jarchow am Sonntag, einen Tag nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach. In sechs Saisonspielen hat der HSV bislang erst einen Punkt gewonnen.
Auch in der Mannschaft scheint diese Botschaft bereits angekommen zu sein. Kapitän Heiko Westermann zur Situation um den Trainer: „Jeder wird an den Punkten gemessen. Wir sind der HSV und nicht der SC Freiburg. Bei allem Respekt, aber das muss jedem klar werden.“ Und was sagt der Trainer selbst? Oenning bleibt noch gelassen und setzt weiter auf den Zusammenhalt. „Wir müssen keine Personaldiskussion führen. Wir können es nur gemeinsam schaffen. Wichtig ist, dass die Mannschaft Punkte sammelt. Mein Job ist es, sie dazuzubringen.“ Eine Chance wird er noch bekommen. Auch HSV-Sprecher Jörn Wolf bestätigte erneut, dass er beim Auswärtsspiel am Freitag in Stuttgart auf der Bank sitzen soll.
Die Geduld des Vorstandes hat sicherlich auch mit fehlenden Alternativen zu tun. Stattdessen Gerüchte überall: Huub Stevens wird gehandelt, auch der ehemalige Bochumer Marcel Koller ist im Gespräch. Arnesen soll Oenning auch informiert haben, dass er nun mit anderen Trainern spricht. Bestätigung gibt es natürlich nicht.
Eine Entlassung Oennings wäre für den Vorstand auch ein Eingeständnis eigener Fehler. Arnesen wollte eigentlich den jetzigen Kölner Trainer Stale Solbakken verpflichten, ließ sich dann aber in persönlichen Gesprächen von Oenning überzeugen.
Nach dem Gladbach-Spiel werden jedoch die Risse zwischen Trainer und Mannschaft deutlich. Die Nervosität und die Verzweiflung steigen in dem Maße, in dem der Glaube an Besserung abnimmt.
Oenning ist mit nur einem Sieg in jetzt 14 Spielen die personalisierte Erfolgslosigkeit, er ging nach der erneuten Niederlage verbal auf seine Spieler los: „Mir hat die letzte Leidenschaft gefehlt. Wir brauchen eine Mannschaft, die sich mit allem, was sie hat, wehrt.“
„Stinksauer“ sei er, weil der entscheidende Treffer von Igor de Camargo (66.) wieder durch eine Standardsituation gefallen sei: „Das ärgert mich maßlos, das darf nicht sein. Das ist sehr enttäuschend, da nehme ich die Mannschaft voll mit ins Boot.“ Auch Arnesen kritisierte das Team: „ Nach dem Gegentor hat die Mannschaft leider keine Reaktion gezeigt, da hatte ich mir mehr Chancen für uns erhofft.“
Klubboss Jarchow sieht indes keine Abstiegsgefahr für die Hamburger. „Der Kader ist gut. Wir haben die Qualität, um im Mittelfeld mitzuspielen“, sagte der 56-Jährige, befürchtet aber einen längeren Verbleib im Tabellenkeller. „Ich gehe davon aus, dass es noch einige Spieltage dauern wird, bis wir da rauskommen.“
als wir anfingen Druck aufzubauen. Das ist natürlich katastrophal."
haben wir versucht das Spiel zu kontrollieren. Unser Plan war es in der zweiten Halbzeit mit Son und Töre nach vorne mehr Druck zu machen."
war klarer Elfmeter"
Wir haben die Niederlage selbst verschuldet und das ärgert mich ungemein."
wird immer klarer."
bringt uns nicht weiter"
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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