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Nach dem Klassenerhalt: HSV-Sportchef Arnesen: „Nächstes Jahr in die Top 8“

Geschafft! HSV-Sportchef Frank Arnesen jubelt.
Geschafft! HSV-Sportchef Frank Arnesen jubelt.
Foto: Bongarts/Getty Images

Er war aufgeregt, und wie. Erst nach etwa 70 Minuten registrierte Frank Arnesen, dass der HSV den Klassenerhalt wohl in der Tasche hatte. Umso entspannter stand der HSV-Sportchef nach dem 0:0 gegen Mainz Rede und Antwort.


MOPO: Wie haben Sie die 90 Minuten erlebt?
Frank Arnesen: Ich war mit einem Ohr hier im Stadion und mit einem Ohr in Freiburg. Als Köln dann 1:3 hinten lag, wurde ich etwas ruhiger. Und jetzt freue ich mich sehr. Vor allem für unsere Fans, die immer hinter uns standen und uns toll unterstützt haben – auch wenn wir nicht den Fußball gezeigt haben, den sie sehen wollten.

Wie groß ist Ihre Erleichterung?
Sehr groß! Ich bin sehr froh, dass ich nicht der erste Sportchef bin, der mit dem HSV in die Zweite Liga gehen muss. Aber wir können nicht zufrieden sein. Wir wollen nach oben, der europäische Fußball muss unser Ziel sein. Deshalb bin ich hierher gekommen. Nächstes Jahr wollen wir in die Top Acht.

Was nehmen Sie aus dieser Saison mit?
Die Erkenntnis, dass unsere Jungs gezeigt haben, dass sie Abstiegskampf können. Es war keine leichte Situation. Ich bin mir sicher, dass wir durch diese Erfahrungen ein, zwei große Schritte nach vorne machen.

Mit René Adler und Angreifer Artjoms Rudnevs haben Sie schon zwei Neue in der Pipeline. Kann es nun schnell gehen?
Es ist möglich, dass wir schnell etwas vermelden. Aber ich brauche auch die Hilfe des Aufsichtsrates.

Fehlt bei Adler nur noch die Unterschrift?
Ich möchte dazu eigentlich nichts mehr sagen. Dazu möchte ich mich erst wieder äußern, wenn alles unterschrieben und klar ist.


Wie viele Spieler sollen noch kommen?
Wir müssen sehen, was möglich ist. Ich kann den Spielern für nächstes Jahr keinen europäischen Fußball versprechen. Aber vielleicht ja in zwei Jahren.

MOPO-Kommentar: Arnesen steht in der Bringschuld

Man kann Frank Arnesen vieles vorwerfen, nicht aber, dass der Sportchef sich von Strömungen von innen oder außen beeindrucken ließe. Der Däne steht zu Entscheidungen, die er für sich getroffen hat. David Jarolim, Mladen Petric & Co. haben das zu spüren bekommen. Und natürlich hat Arnesen auch Recht damit, wenn er nach dieser verkorksten Saison einen erneuten Schnitt vollziehen will.

Fünf bis sieben Veränderungen sind notwendig im Kader, um die Europa-League-Plätze anzugreifen. Doch ist es tatsächlich richtig, mit Fan-Liebling Jarolim ausgerechnet einen der wenigen konstanten Profis dieser Saison vom Hof zu jagen? Es ist ein Spaziergang auf dem Drahtseil, den Arnesen vollführt. Will er diesen bestehen, muss er die von ihm häufig betonte Kreativität auf dem Transfermarkt walten lassen, um dem Kader eben jene Kreativität einzuhauchen. Sollte ihm das gelingen, darf Arnesen sich feiern lassen. Wenn nicht, wird der Gegenwind in seiner zweiten Saison kräftig auffrischen. Frederik Ahrens

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