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Nach Braunschweig-Desaster: HSV feuert Trainer Bert van Marwijk

Braunschweig wird das letzte Spiel von Bert van Marwijk als Trainer des HSV gewesen sein.
Braunschweig wird das letzte Spiel von Bert van Marwijk als Trainer des HSV gewesen sein.
Foto: WITTERS

Das war’s! Samstagabend um 21.42 Uhr sauste Bert van Marwijk aus dem Volkspark – und er wird nicht zurückkehren! Nach dem 2:4 (1:0) im „Abstiegs-Endspiel“ beim Letzten Eintracht Braunschweig zog der HSV die Reißleine, feuerte den Trainer, der sich bereits bei der Mannschaft verabschiedete. Top-Favorit auf die Nachfolge: Mirko Slomka.

Die achte Pflichtspiel-Niederlage in Serie ausgerechnet im Kellerduell war einfach zu viel. 60 Prozent seiner Partien mit dem HSV verlor van Marwijk. Um 18.42 Uhr fuhr der HSV-Bus vom Gelände an der Hamburger Straße in Braunschweig ab, um 20.52 Uhr erreichte er den Volkspark. Schon da stand fest: Der Niederländer muss gehen.

Deshalb rief er das Team zu einer letzten Ansprache in der Arena zusammen. „Vielen Dank für alles! Ich glaube auch weiterhin an euch, wie ich es die ganze Zeit getan habe. Ich gönne es euch wirklich. Ich wünsche euch viel Glück“, sagte der Vize-Weltmeister von 2010 um kurz nach 21 Uhr in seiner Rede an die Mannschaft.

Klub-Boss Carl Jarchow erklärte kurz nach van Marwijks Abgang: „Wir haben uns als Vorstand zusammengesetzt, die Lage analysiert und sind nach dieser frustrierenden Niederlage übereinstimmend zu dem Entschluss gekommen, dass wir Bert van Marwijk freistellen. Er hat nüchtern und verständnisvoll darauf reagiert. Eben so, wie wir ihn kennen.“ Zur Nachfolge wollte sich Jarchow noch nicht konkret äußern: „Wir werden alles daran setzen, zeitnah eine Lösung zu finden.“

Schon auf der zweistündigen Heimfahrt herrschte Totenstille im Bus. Zu tief saß der Frust, zu klar war den Stars, dass der Klassenerhalt unmöglich ist, wenn solche Endspiele wie beim Schlusslicht verloren werden. Gegen ein Team, das bis auf den Ex-Leverkusener Karim Bellarabi aus Underdogs besteht, hatten die Jungs von Misserfolgscoach van Marwijk von Beginn an Probleme.

Der Abstiegsthriller wurde zum hitzigen Fight. Dennis Diekmeier und Bellarabi gerieten aneinander (15.), Sportchef Oliver Kreuzer und Eintracht-Manager Marc Arnold brüllten sich an. Endlich präsentierten sich die Hamburger mal giftig – und wurden belohnt: von Tor-Maschine Pierre-Michel Lasogga. Nach einem weiten Einwurf von Marcell Jansen setzte er sich gegen Benjamin Kessel durch und den Ball mit dem Hinterkopf als Bogenlampe über Eintracht-Keeper Daniel Davari hinweg ins Netz – 1:0 (23.)! Es war das erste Tor in der Rückrunde. Jubelnd sprang der 22-Jährige seinem Trainer in die Arme. Doch auch er konnte van Marwijk nicht mehr retten.

Zwei dicke Patzer von René Adler (siehe Seiten 26 und 27) brachten die Hamburger auf die Verliererstraße. Da half auch das zwischenzeitliche 2:2 von Ivo Ilicevic (76.) nichts. Eintracht-Joker Domi Kumbela ballerte den Bundesliga-Dino fast im Alleingang mit seinem Dreierpack (51., 61., 85.) an den Tiefpunkt dieser Saison.

Schlimmer geht es nicht mehr? Leider doch. Kurz vor dem Ende ließen sich Heiko Westermann und Tolgay Arslan von Bellarabi austanzen, der bediente Jan Hochscheidt – das 2:4! Eine Demütigung! Eine Demontage! Und das Ende für van Marwijk. Sein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Schon vor einer Woche gab es ein Treffen mit Ex-Hannover-Coach Slomka, der Topfavorit der Verantwortlichen ist. Montag soll er das erste Mal auf dem Trainingsplatz stehen. Dann muss er den HSV vor dem ersten Abstieg retten.

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