Sie hüpften und tollten umher wie junge Hunde, euphorisch gefeiert von ihren Fans. Acht lange Monate mussten die Profis des HSV auf diese Momente warten, nun ist es vollbracht: 2:0 (1:0) gegen Hoffenheim, der Heimspielfluch ist gebannt.
Schon acht Minuten vor dem Ende der Partie war dem Großteil der 46.237 Anhänger klar, dass etwas Besonderes bevor stand. „Oh, wie ist das schön – so was hat man lange nicht gesehen“, hallte es erst verhalten, dann immer lauter durch die Arena
Und selten zuvor hatte der Song eine größere Sangesberechtigung. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir den Bock endlich umgestoßen haben“, erklärte Trainer Thorsten Fink. „Die Mannschaft sollte einfach mal machen und nicht soviel reden. Diesmal hat sie gemacht.“
Der HSV hat sich vorerst von den Abstiegsplätzen verabschiedet – und darf ruhigeren Zeiten entgegenblicken. Vielleicht auch, weil Fink die Abläufe vor der Partie änderte. Morgens noch übte der HSV Standardsituationen im Stadion – ungewöhnlich. Zudem fuhr der HSV-Bus diesmal eine Viertelstunde eher als sonst zum Spiel im Volkspark vor – damit Fink noch mehr Zeit hatte, seine Männer einzustimmen.
Es fruchtete. Statt wie sonst in Rückstand zu geraten, gab der HSV sofort Gas. Guerrero scheiterte früh an Starke (2.), Hamburg bestimmte das Spiel. Lohn der Mühen: Nachdem Beck den Ball Guerrero in den Lauf klärte, traf der Peruaner zunächst den Pfosten, verwertete den Abpraller dann zur Führung – eine Erlösung (25.)! Unmittelbar vor dem Wechsel hätte Guerrero sogar noch erhöhen können.
„Wir hatten heute Spaß auf dem Platz und die Zuschauer hatten Spaß an uns“, erklärte der Angreifer später und traf damit den Nagel auf den Kopf. „So macht es dann Freude und das Resultat ist dieser Sieg.“ Der fiel unterm Strich absolut verdient aus, weil der HSV auch den zweiten Durchgang tonangebend begann. Kacar (50./60.) tastete sich ans 2:0 heran. Das aber erzielte dann Jansen, der unwiderstehlich von links in die Mitte zog und durch Starkes Hosenträger hindurch traf (65.).
Die Entscheidung – auch, weil Keeper Drobny mit starken Paraden gegen Roberto Firmino (78.), Mlapa (85.) und Babel (90.) dafür sorgte, dass es nicht mehr spannend werden konnte. „Damit haben wir unser erstes Ziel erreicht“, stellte Fink zufrieden fest, „wir wollten runter von den Abstiegsrängen. Nun wollen wir uns Stück für Stück weiter nach vorn arbeiten.
Hannover, Nürnberg, Mainz und Augsburg heißen die Gegner bis zur Winterpause. Packt der HSV weiter so entschlossen an, geht da noch einiges …
Dieses Gefühl hat uns lange gefehlt. Es ist super, endlich mal wieder mit unseren Fans zu feiern. Vielleicht lag es daran, dass der alte Rasen uns wirklich Pech gebracht hat.
Dieser Sieg tut sehr gut. Er war wichtig vor allem für unsere Fans. Sie haben zuletzt so viel gelitten. Dieser Erfolg gehört den Fans. Wir genießen den Moment, haben aber auch noch genug Arbeit vor uns. Langweilig wird es in den nächsten Wochen bestimmt nicht.
Wir haben uns für unseren Aufwand endlich belohnt. Bis zur Winterpause wollen wir noch ein paar Siege einfahren, damit wir gemütlich Weihnachten feiern können.
Die Fans waren so laut wie 100.000 Zuschauer. Heute hat alles für uns gepasst. Ich bin sehr glücklich. Jetzt können wir feiern. In Hannover wollen wir den nächsten Schritt machen.
Glückwunsch an den HSV. Sie haben verdient gewonnen.
Holger Stanislawski lockte St. Pauli zum HSV. Mit Helmut Schulte, Fabio Morena, Andre Schubert und Christian Bönig schauten sich gleich vier Vertreter des Kiezklubs das Spiel live in der Imtech Arena an.
Auch Tunay Torun saß auf der Tribüne. Der Offensiv-Allrounder war im Sommer vom HSV nach Berlin gewechselt.
Dennis Diekmeier bekam nach rund 60 Minuten einen Tritt von Gegenspieler Ryan Babel ab. Diekmeier konnte weitermachen, ein Schuh ging bei der Attacke allerdings kaputt. Von der Bank gab es Ersatz. Mit einem blauen und einem gelben „Schlappen“ spielte er die Partie zuende.
Bereits am Sonnabend mischte Mladen Petric beim Abschlusstraining wieder voll mit. Die Wade hielt. Gegen Hannover wird er sein Comeback geben
Um 10 Uhr wird am Montag an der Arena trainiert.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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