Der HSV ist wieder da – und zwar dort, wo er nicht mehr hin wollte: auf Tuchfühlung zu den Abstiegsplätzen! Zum Rückrundenstart setzte es mit dem 1:5 (0:2) gegen Meister Dortmund eine Lektion, die sich gewaschen hatte.
Da standen sie nun und mussten erklären, was kaum einer begriff. „Wir alle hätten nicht für möglich gehalten, dass wir nochmal so ein Spiel abliefern könnten“, resümierte HSV-Angreifer Mladen Petric nach dem Auftritt, der einen Rückfall in ganz schlimme Zeiten bedeutete. Der HSV wurde nicht nur besiegt, „wir haben uns auseinander nehmen lassen“. Was für ein rabenschwarzer Nachmittag!
Früh zeichnete sich ab, welchen Verlauf die Partie nehmen würde. Der HSV begann vor 57.000 Fans fahrig und verunsichert – keine Spur von einem geordneten Spielaufbau. „Wir hatten viel zu viel Respekt“, monierte Trainer Thorsten Fink nach seiner ersten Bundesliga-Pleite als HSV-Coach, „offenbar hat uns die Pause nicht gut getan. Vielleicht haben wir auch zu viele Videos von Dortmund gezeigt.“
So agierte der HSV wie das Kaninchen vor der Schlange, produzierte haarsträubende Fehlpässe und bettelte nach Gegentoren. Nachdem Bender (2.), Lewandowski (3./12.) und Subotic (4.) noch verpassten, traf Großkreutz zum 0:1 (16.).
Guerrero besaß eine Minute später zwar per Kopf die Großchance zum Ausgleich – doch mehr als dieser Funken Hoffnung keimte niemals auf. Noch vor dem Wechsel erhöhte Lewandowski gegen Hamburgs Katastrophen-Deckung auf 0:2 (37.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Fans längst die Schnauze voll. Bereits nach 20 Minuten gab es üble Pfiffe – damit passte sich ein Großteil der Anhänger dem miesen Kick des Teams an.
Weiter ging’s im Takt, der Trauermarsch nahm seinen Lauf. Fink, zuvor in allen acht Bundesligaspielen unter seiner Leitung unbesiegt, wurde Zeuge einer Vorführung. Blaszczykowski traf trocken zum 0:3 (58.), dann per Strafstoß (Diekmeier an Leitner/76.). Lewandowski machte es noch schlimmer – 0:5 (83.). Dass Guerrero auch im fünften HSV-Heimspiel in Folge traf (86.), beschönigte nichts.
Und nun? Schon eine Pleite am Sonnabend in Berlin wäre verheerend, denn danach kommen die Bayern in die Arena. „Ich habe das Thema Abstiegskampf nie abgeschrieben“, sagt Fink warnend. „Das Problem ist, dass meine Mannschaft immer noch nicht begriffen hat, was sie kann.“ Sie wird es bald zeigen müssen, sonst wird’s wieder richtig duster.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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