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HSV-Trainer: Die bittere Abrechnung des Bert van Marwijk

Bert van Marwijk will gegen den Abstieg kämpfen, steht aber weiter auf der Kippe.
Bert van Marwijk will gegen den Abstieg kämpfen, steht aber weiter auf der Kippe.
Foto: WITTERS

Es war eine Pressekonferenz, die in die Geschichte des HSV eingehen wird. Zwei Tage vor dem Pokal-Hit gegen die Bayern stellte sich Trainer Bert van Marwijk den Journalisten. Fragen waren diesmal nicht erlaubt. Er gab nur eine Erklärung ab. Nicht zur sportlichen Lage des Vereins. Es ging um das große Ganze und wurde zur bitteren Abrechnung mit dem HSV.

Seit knapp fünf Monaten hat van Marwijk beim HSV das Sagen. Bereits sehr früh bekam er in Hamburg reichlich Kritik und Gegenwind zu spüren. Der Holländer, 2010 immerhin Vize-Weltmeister, ließ es an sich abprallen, zog seinen Plan unbeeindruckt durch und versuchte sich auf den sportlichen Bereich zu konzentrieren – zumindest bis gestern. Der Machtkampf der verschiedenen Gremien brachte nun auch bei ihm das Fass zum Überlaufen.

„Das, was in den letzten Tagen passiert ist, das ist für mich auch ganz neu. Ich habe das Gefühl, dass der Verein sich selbst zerstört“, ließ der 61-Jährige, der in seiner Trainerlaufbahn nahezu alles erlebt hat, verlauten.
Für die Zukunft fordert er zu mehr Geschlossenheit auf. Zweifel, dass es diese innerhalb der Mannschaft und auch im Vorstand gibt, hat van Marwijk keine. „Wir sprechen mit einer Stimme“, betont er.

Allerdings reicht das beim HSV nicht. Diese traurige Botschaft ist nun auch bei van Marwijk angekommen. Ob er morgen im Pokal-Viertelfinale gegen die Bayern überhaupt noch auf der HSV-Bank sitzen wird, liegt nicht in seinen Händen. Auch die Rückendeckung des Vorstandes reicht wohl nicht mehr.

Der Aufsichtsrat hat nämlich einen völlig anderen Plan, Felix Magath soll als Retter verpflichtet werden, die Posten des Trainers und Sportchefs in Personalunion besetzen.

Für van Marwijk wäre dann ebenso wie für Oliver Kreuzer, der ihn nach der Entlassung von Thorsten Fink im September vergangenen Jahres geholt hatte, kein Platz beim Traditionsklub.

Eine Entwicklung, die in Hamburg wohl einmalig ist, denn das Kontrollgremium ist laut Satzung nicht befugt, sich in das operative Geschäft einzumischen. Das liegt in der Verantwortung des Vorstands.

Aber was ist beim HSV schon normal? Fest steht: Muss van Marwijk tatsächlich gehen, kann er die Hansestadt erhobenen Hauptes verlassen. Er hat die Probleme beim HSV, nicht nur im sportlichen Bereich, erkannt und angesprochen. Nur allein lösen kann er diese nicht.

Die Rede von HSV-Trainer Bert van Marwijk im Wortlaut

Es wird natürlich nicht einfach. Das, was in den letzten Tagen passiert ist, das ist für mich auch ganz neu. Ich habe das Gefühl, wenn es so weitergeht, dass der Verein sich selbst zerstört. Das ist unglaublich schade für so einen schönen Verein.

Ich habe hier vor ein paar Wochen ein oder zwei Mal schon gesagt, jetzt ist es ganz wichtig, dass wir mit einer Stimme sprechen. Und dass wir zusammenhalten. Das, was die letzten Tage passiert ist, ist eigentlich das Gegenteil. Das macht es nicht einfach. Auch für mich nicht.

Aber ich kann euch garantieren, dass wir – damit meine ich die Spieler, den ganzen Kader und auch den Vorstand – zusammenhalten. Und wir sprechen immer noch mit einer Stimme. Das ist der einzige Weg, um hier herauszukommen.
Ich kann euch garantieren, dass wir kämpfen bis zum Ende, um nicht abzusteigen. Ich habe immer noch 100 Prozent Vertrauen, dass das auch passiert. Wir bleiben zusammen. Ich denke, dass dies das Allerwichtigste ist. Darauf könnt ihr euch verlassen.

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