Die Fans bejubelten ihre Helden, die Spieler lagen sich in den Armen. 1:1 (1:0) gegen die Bayern. Der HSV feierte eine grandiose Leistung, die beste dieser Saison. Dass diese „nur“ mit einem Punkt belohnt wurde, lag an einem, dem das sogar ein bisschen leidtat: Ivica Olic.
Der Ex-Hamburger hatte den Start bei minus acht Grad noch auf der Bayern-Bank verfolgt – und musste dort mächtig frieren. Auch ob der Leistung seiner Kollegen, die vom HSV heftig unter Druck gesetzt wurden. 57000 Zuschauer im ausverkauften Volkspark bestaunten eine Hamburger Mannschaft, die so seit langer Zeit nicht mehr aufgetrumpft war.
Vollgas-Fußball sei das beste Mittel gegen kalte Beine, hatte Trainer Thorsten Fink angekündigt. Die Umsetzung erfolgte nahezu perfekt. Petric (4.) und der großartige Westermann (6.) hatten per Kopf die ersten Chancen, dann aber auch eine gehörige Portion Glück, als es auf der Gegenseite klingelte. Von Westermann war die Kugel ins eigene Tor befördert worden, Schiri Kircher hatte zuvor aber ein Foul von Gomez am HSV-Abwehrchef gesehen. „Den kann man wohl auch geben“, gestand Klub-Boss Carl Jarchow ehrlich ein.
Wurscht! Weiter ging die heiße Fahrt – belohnt durch ein Traum-Tor: Boatengs Kopfballabwehr geriet zu kurz, Guerrero bediente Sala, und der zauberte die Kugel per Direktannahme ins Tor. Sim-Sala-Bumm! 1:0 für den HSV (23.). Die Sala-Gala! Der Italiener: „Diesen Moment werde ich nie vergessen!“
Es war verdient, auch weil sich alle reinhängten, bis zum letzten Mann. Drobny parierte Weltklasse gegen Robben (30.) und Müller (70.).
Sala hätte nach Jansen-Flanke sogar nachlegen können (47.). Vermutlich wäre der Sack dann zu gewesen, zwei Wechsel aber öffneten diesen ein Stück weit wieder. Bei den Bayern kam Olic (64.), beim HSV Son (71.), und zehn Sekunden, nachdem der Koreaner den Rasen betreten hatte, köpfte er nach Ribéry-Ecke unglücklich auf Müller, der auf Olic weiterleitete. Ivi knipste zum Ausgleich. „Sorry“, konnte man sofort von dessen Lippen ablesen.
Auch das 1:1 aber ließ das Hamburger Offensivspiel nicht einfrieren. Nach Traumpass von Ilicevic hatte Son den Sieg auf dem Fuß, umkurvte Neuer, bekam den Ball aber nur noch ans Außennetz (76.). „Schade“, sagte David Jarolim. „Wir hatten die besseren Chancen.“
Dennoch aber hätten die 90 Minuten ein „super Gefühl“ hinterlassen. Auch bei Heiko Westermann. „Von der Leidenschaft war das unser bestes Spiel der Saison“, sagte der Käpt’n. „Wir haben aus dem Dortmund-Spiel gelernt.“ Und wie!
Jaroslav Drobny hat sich den Ball sicher aus der Luft geholt und will schnell umschalten.
Foto: Oliver Ruhnke| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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