Es sollte der geheimste Kick der Vereinsgeschichte werden. Ohne es vorher anzukündigen, testete der HSV am Mittwochmittag gegen Zweitligaklub Hertha BSC – aber nicht in der Arena, sondern auf dem Trainingsgelände daneben. 2:1 (2:0) endete die Generalprobe vor dem Bundesligastart. Doch viele Fans fragen sich: Warum denn bloß dieses Versteckspiel?
Der HSV tritt auf, aber niemand soll es sehen. Das gab es in dieser Form auch noch nicht. So fanden sich nur etwa 30 Fans im Volkspark ein, sahen einen Doppelpack von Marcus Berg (19. Minute/25.), ehe der Berliner Hany Mukhtar verkürzte (53.). Das war es schon. Immerhin konnten die MOPO.DE-Leser das Spiel im Liveticker verfolgen. Warum aber diese Geheimniskrämerei? Ganz einfach: Der HSV wollte unbedingt nochmal testen, aber seinen Rasen im Stadion schonen …
Das Grün in der Imtech Arena wurde in dieser Saison schon drei Mal (!) ausgetauscht – ein Vorgang, der jedes Mal knapp 100.000 Euro kostet. Nach einer Beratung mit den Greenkeepern entschied sich der HSV gegen ein weiteres Testspiel im Stadion. Die Rasen-Experten des Vereins hätten sonst nicht dafür garantieren können, dass der Untergrund bis zum Nordderby gegen Werder (27. Januar) noch spielfähig wäre. Zumal in der Woche darauf schon das nächste Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ansteht.
Das Problem: Es gab keine Ausweichmöglichkeit. Alternative Spielstätten wie das Victoria-Stadion (Hoheluft) oder das Edmund-Plambeck-Stadion in Norderstedt verfügen nicht über die erforderliche Rasenheizung. So fassten die HSV-Verantwortlichen den Entschluss, die Partie geheim zu halten und dadurch einen Fanauflauf zu vermeiden. Klappte fast. Pech nur, dass die Berliner den Kick dann in einer Pressemitteilung ankündigten – zum Ärger der Hamburger, die eine Stunde vor Spielbeginn dann via Twitter nachzogen.
Die Zuschauer, die bei Eiseskälte schließlich den Weg an die Arena fanden, sahen 45 gute Hamburger Minuten – leider vom B-Team. Die A-Elf für den Rückrundenstart ließ Trainer Thorsten Fink erst nach dem Wechsel los. Und moserte: „Die erste Hälfte hat mir gefallen, die zweite nicht. Da war mir zu wenig Leidenschaft. Da erwarte ich viel mehr!“
Bitter für Jacopo Sala, dass er sich früh verletzte und mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel raus musste. Zumindest hat es kaum jemand gesehen. Ein schwacher Trost.
Eigentlich sollte Rafael van der Vaart gegen Hertha auch mitwirbeln und sich für Nürnberg warmlaufen – doch daraus wurde nichts. Der „Maestro“ musste auf den Test verzichten. Und nun wackelt auch sein Einsatz am Sonntag wieder.
„Das Risiko, dass sich Rafael erneut verletzt, wäre zu groß gewesen“, erklärte Trainer Thorsten Fink nach der Vormittagseinheit. Da war van der Vaart noch dabei. Und das wird er auch Sonntag sein! Fink bestätigte dies auf der Pressekonferenz am Donnerstag.
So spielte der HSV: Neuhaus – Sala (18. Diekmeier), Bruma (46. Mancienne), Rajkovic (46. Westermann), Lam (46. Jansen) – Rincón (46. Badelj), Kacar (46. Skjelbred), Ilicevic (46. Aogo), Nafiu (46. Arslan) – Berg (46. Rudnevs), Beister (46. Son)
Die Bilder vom HSV-Training am Donnerstag. Auch Rafael van der Vaart ist dabei. Er kann Sonntag in Nürnberg spielen.
Foto: dpa| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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