Genau diesen Verlauf hatten sie sich gewünscht. Wenig Geschick, umso mehr Glück und ein ganz starker Jaroslav Drobny führten den HSV zum 2:1 in Freiburg. Der Dino der Liga bleibt Letzter, ist aber in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen.
Der Held war schnell auserkoren. Wer auch immer nach dem Abpfiff sich äußerte, es dauerte nicht lange, bis alle Kommentare im gleichen Lobgesang endeten. „Wir können dem Fußball-Gott und Drobny danken“, erklärte HSV-Kapitän Heiko Westermann, „er hat ein Wahnsinnsspiel gemacht.“
„Für mich ist er unser Matchwinner“, ließ Dennis Aogo wissen. Und draußen, im Stadion, feierten die Fans des HSV ihren Torwart wie niemals zuvor. Drobny hat den Weg aus der Hölle gefunden – und ist endlich wieder zum Helden geworden.
Ohne den Keeper wäre es nichts geworden mit dem Sieg im Breisgau, der dem HSV nun „endlich mal eine vernünftige Ausgangsposition“, so Westermann, verschafft. Schon nach Heung Min Sons Kopfball-Abstauber zur Führung (12.) zeigte der so oft gescholtene Schlussmann, was in ihm steckt. Drobny parierte großartig gegen Cissé und Makiadi (31.), war bei Cissés Schuss ans Außennetz (22.) zudem mit dem Glück im Bunde. Das Hamburg führte, war trotz Petric’ Lattenfreistoß (12.) eher schmeichelhaft.
Es wurde ein richtig glücklicher Sieg. Aber welcher Hamburger würde sich daran stören? Cissé nutzte Bastians Zuspiel, das durch die komplette HSV-Deckung rauschte, zum verdienten 1:1 (47.). „Danach haben wir Freiburg zum Toreschießen eingeladen“, bemängelte Westermann. Allein: Der Sport-Club nahm die Geschenke nicht an. Cissé (48./54.) und Abdessadki (64.) zielten nicht präzise genug, zudem blieb Drobny blendend postiert.
Der HSV wankte, aber fiel nicht – und schlug dann sogar spielentscheidend zu. Ilicevic, kurz zuvor eingewechselt, nutzte den grandiosen Doppelpass mit Töre zum sehenswerten 2:1 und brachte die Hamburger Bank um Einmal-Coach Frank Arnesen zum Toben (73.). Doch erst nachdem Cissé seinen Foulelfmeter verballerte (81./Bruma hatte Reisinger tölpelhaft zu Fall gebracht) kehrte Erleichterung ein. Wenig später war der zweite Saisonsieg perfekt.
So fühlt es sich also an, wenn man aus wenig viel macht. Nichts anderes hatte Aogo gefordert: „Wir haben oft genug gut gespielt und verloren – jetzt lief es endlich mal andersrum.“ Zwei Heimspielen in Folge (gegen Wolfsburg und Kaiserslautern) warten nun – die Chance für den HSV, sich aus dem Keller zu schießen. Mit einem wiedererstarkten Drobny. Nur reden wollte der Held des Tages nicht. Das wäre des Positiven dann wohl doch zuviel gewesen.
Heute um 10 Uhr laufen die Profis an der Arena aus – und treffen erstmals auf ihren neuen Trainer Thorsten Fink.
Hoher Besuch im Badenova-Stadion. Bundestrainer Joachim Löw nutzte den Auftritt des HSV in seiner Heimat zur Stippvisite, verschaffte sich ein Bild von Dennis Aogo und Heiko Westermann.
Fast hätte Jeffrey Brumas schlimme Aktion aus der 80. Minute den HSV zwei Zähler gekostet. Erst traf der Holländer den Ball nicht richtig, dann Reisinger umso mehr. „Ich war so erleichtert, dass Cissé den Elfer nicht verwandelt hat“, so Jeff, der zugab: „Na klar, das war ein Elfer …“.
Bitterer Nachmittag für Per Skjelbred. Der Norweger wurde als überschüssiger Profi aus dem Kader gestrichen, musste auf der Tribüne Platz nehmen. Auch Michael Mancienne, Romeo Castelen und Marcus Berg schafften es nicht ins Aufgebot, blieben in Hamburg.
Ex-HSV-Keeper Frank Rost muss in den USA um den Einzug in die Playoffs bangen. 0:2 unterlagen die Red Bulls New York in Kansas City, können aber mit einem Sieg am Donnerstag gegen Philadelphia das Ticket lösen. Red-Bull-Superstar Thierry Henry sah nach einer Tätlichkeit Rot.
Um 10 Uhr laufen die Profis heute in Luzern aus, um 14.15 Uhr geht’s von Zürich aus zurück nach Hamburg. Das nächste Training steigt am Dienstag.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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