Es soll sein Jahr werden. Wenn alles gut läuft, wird Dennis Aogo im Sommer mit Deutschland Europameister – das ist der Plan. Doch davor steht die Arbeit. Im HSV-Trainingslager in Marbella spricht der 24-Jährige über Ziele, Hoffnungen – und sein gespaltenes Verhältnis zu seiner Popularität.
MOPO: Der Urlaub war kurz – konnten Sie überhaupt Kraft tanken?
Dennis Aogo: Es war tatsächlich so, dass ich in die Kabine kam und dachte, dass ich kaum weg war. Aber ich habe meinen Urlaub in Dubai sehr genossen und kaum an Fußball gedacht. Das war sehr entspannend, ich fühle mich frisch und gut.
Sie hatten sich mit markigen Worten in die Pause verabschiedet, den Europacup-Platz als Ziel ausgegeben. Waren Sie überrascht, welche Wellen das geschlagen hat?
Letztlich habe ich nur das gesagt, was ich gefühlt habe – dazu stehe ich nach wie vor. Ich habe Ziele und Träume, die ich mir mit dem HSV erfüllen will. Und ich spreche es eben offen an. Aus meiner Sicht kann das nur leistungsfördernd sein.
Wie realistisch ist das Ziel denn in dieser Saison?
Wir haben uns ja als Verein dazu bekannt, dass es dieses Jahr noch schwierig wird. Aber auf Sicht, mit der ganzen Kompetenz und diesem Trainerteam, muss es das Ziel des HSV sein, in naher Zukunft wieder in Europa zu spielen.
Was wäre aus Ihrer Sicht in dieser Saison ein vernünftiges Abschneiden?
Wichtig wäre es, erstmal schnell in die erste Tabellenhälfte zu kommen. Und bis zum Schluss darum zu kämpfen, an die ersten Sechs ranzurutschen. Dann hätten wir unsere Aufgabe erfüllt.
Nach der Saison steht dann die EM an. Wie sicher sind Sie sich, dass Sie dabei sein werden?
Sicher kann man sich nie sein, das habe ich gelernt. Aber ich denke, dass meine Chance nicht schlecht ist. Ich habe nach den letzten beiden Länderspielen ein gutes Feedback vom Bundestrainer bekommen. Doch ich muss weiter Gas geben, das steht fest.
Wie viele Hamburger Kollegen werden mit Ihnen reisen? Schaffen Heiko Westermann und Marcell Jansen es noch in den DFB-Kader?
Sie sind ja zumindest im Pool dabei und stehen noch auf der Liste. Der Bundestrainer beobachtet sie, mit guten Leistungen haben sie sicher die Chance, noch reinzurutschen.
Das Nationalteam wird derzeit von der ganzen Welt bewundert …
…und es macht mich stolz, ein Teil davon zu sein. Als wir im November Holland besiegt haben, diese Euphorie in ganz Deutschland – und ich war einer derjenigen, die auf dem Platz mitwirken durften. Ich werde alles dafür tun, so lange wie möglich im Nationalteam dabei zu bleiben.
Spüren Sie, dass Sie durch Ihre Auftritte für den DFB populärer geworden sind?
Ja, das ist wirklich extrem, seit ich bei der Nationalmannschaft bin. Selbst im Ausland werde ich erkannt. Und in Deutschland bin ich gar nicht mehr anonym, da erkennt mich jeder. Vielleicht habe ich einfach ein markantes Aussehen, ich weiß es auch nicht. Aber ich habe Schwierigkeiten, mit dieser Popularität umzugehen.
Warum?
Es ist einfach nicht mein Ding. Weil ich es immer noch nicht glauben kann, dass Menschen zu mir aufschauen, nur weil ich Fußballer bin. Das hat etwas Befremdliches für mich. Ich habe wirklich Probleme damit, wenn ich mit Freunden oder Familie unterwegs bin und angesprochen werde. Das ist mir etwas unangenehm.
Es gibt Kinder, die Ihr Trikot tragen.
Das wiederum macht mich sehr stolz, da bekomme ich Gänsehaut. Zumal es ja eigentlich relativ selten ist, dass sich Kinder oder Frauen Trikots von Verteidigern kaufen (lacht).
Erfolg mit dem HSV, die EM mit Deutschland – würde 2012 zur Abrundung nur noch ein Sieg gegen St. Pauli fehlen, oder?
Geht ja gar nicht. Die müssen doch erstmal aufsteigen.
Gönnen Sie es St. Pauli denn?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass St. Pauli mich gar nicht interessiert. Wir wohnen zwar in derselben Stadt, aber ob sie gewinnen oder verlieren, ist mir echt egal.
Einmal HSV, immer HSV – Sie äußerten vor einem Jahr den Wunsch, sehr lange zu bleiben.
Das hat sich nicht verändert. Es beeindruckt mich, wenn ein Spieler über längere Zeit bei einem Klub bleibt. Ich bin jetzt vier Jahre hier, das ist ja schon lang. Aber wenn das ganze Paket stimmt, kann ich es mir definitiv noch viel länger vorstellen.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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