Er hoffte auf einen Blitz-Start, auf den Beginn einer Serie, wollte den Fans nach 217 Tagen wieder einen Heimsieg schenken. Am Ende aber musste sich HSV-Trainer Thorsten Fink mit einem 1:1 (0:1) gegen Wolfsburg zufrieden geben. Ernüchterung statt Feuerwerk. Aber immerhin ist der HSV nicht mehr Letzter, zieht an Freiburg vorbei auf Platz 17. Und: die Mannschaft zeigte Lust und Leidenschaft.
"Wir haben eine gute Leistung gezeigt, Torchancen erspielt. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Wir waren eigentlich in allen Bereichen überlegen", so Fink nach dem Spiel. "Wenn wir so weiterspielen, werden wir siegen."
Graue Hose, dunkelblaues Sakko. Fink hatte sich herausgeputzt für sein Debüt. Zwei Dutzend Fotografen belagerten ihn – und hatten sich kaum verzogen, als der HSV-Trainer einen Blitz-Schock verkraften musste. Nach 65 Sekunden stand es 0:1. Nach schlimmem Aogo-Fehlpass bediente Träsch Ochs, Aogo ließ die Flanke zu, Rajkovic sprang unterm Ball hindurch, Mandzukic köpfte ein. Oha! Das FINK ja gar nicht gut an.
Der Trainer nahm den Rückstand mit gequältem Lächeln zur Kenntnis. Er spürte nun, wie schwer seine Aufgabe werden wird. Also gab er fortan Vollgas. An der Seitenlinie dirigierte er sein Team nach vorne. Der HSV bestimmte das Spiel, erarbeitete sich ein Chancenplus, blieb aber ohne Killerinstinkt. Guerrero (4.) und Westermann (11.) köpften vorbei, Töre spitzelte die Kugel nach Zuckerpass von Rincón neben den Wölfe-Kasten (10.).
Fink zollte dennoch Beifall, gab immer wieder lautstarke Anweisungen, köpfte und passte in seinen Bewegungen mit, setzte sich nie hin. Leben an der Seite. Aber immer weniger auf dem Platz, wo Petric die wenigen sehenswerten Kombinationen der ersten Hälfte über Jansen und Westermann (25.) bzw. Jansen und Aogo (41.) nicht verwertete. Die Wölfe lauerten nur auf Konter, versuchten die Führung mit Schummelei auszubauen. Schiri Perl aber erkannte die Schwalbe von „Bad Boy“ Dejagah (28.). Nicht nur in dieser Szene tat das Zuschauen nun weh. Über weite Strecken entwickelte sich ein Fehlpass-Festival. Dem HSV fehlte die Sicherheit, auch Fink fiel es zunehmend schwer, diese dem Team zu verleihen.
Kapitän Heiko Westermann hatte den Fans ein Feuerwerk versprochen, zur Halbzeit aber fröstelte es den HSV-Anhängern unter den 54.378 Zuschauern. Bis zur 56. Minute: Guerrero und Kacar spielten Doppelpass, mit der Fußspitze bediente der Serbe Petric – und „Magier“ Mladen ließ es krachen. Über Benaglio hinweg spitzelte er den Ball ins Tor. 1:1. Erlösung! Raus mit den Emotionen! Fink riss die Arme hoch, lief Richtung Frank Arnesen, sprang dem HSV-Sportchef auf den Rücken, gab ihm kurz darauf sogar ein Küsschen auf die Wange. Da entwickelt sich eine echte Männer-Freundschaft.
Und auch Drobny wird wieder geliebt. Nach seiner Sensations-Parade gegen Mandzukic (64.) feierten die Fans den Tschechen mit Sprechchören. Alles neu macht der Fink. Nur die schwarze Heimserie, die bleibt. Zumindest bis zum nächsten Sonntag. Dann kommt Lautern.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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