Am 1. April 1946 hat mich mein Vater Erwin beim HSV angemeldet. Die Bedingungen des Trainingsgeländes in Ochsenzoll waren damals schon sensationell. Sicherlich haben mich Flugkopfbälle und Fallrückzieher auf Kopfsteinpflaster und Grandplätzen abgehärtet – aber natürlich war es eine Wohltat, auf einem der zehn Rasenplätze zu üben.
Die Kabinen waren sehr schlicht, aber die Fassbrause im alten Restaurant „Lindenhof“ total lecker. Um aus der Stadt zum Training zu kommen, gab es zwei Möglichkeiten: Entweder mit der U-Bahn – erst von der Kellinghusenstraße, später von Hoheluft – bis Ochsenzoll, von dort aus zu Fuß. Oder ich bin mit dem Fahrrad gefahren. Das musste ich mir allerdings erst erarbeiten. Einfach eines kaufen war nicht drin. Manchmal habe ich mich mit meinen Mitspielern wie Jürgen Werner oder Gerd Krug irgendwo getroffen. Dann sind wir zusammen über die Alsterkrugchaussee und über die Langenhorner Chaussee die etwa zwölf Kilometer nach Norderstedt gefahren.
An Wettkampftagen war das Radeln verboten. Günther Mahlmann, unser Trainer, der die Jugendarbeit beim HSV mit Herzblut aufbaute, wollte nicht, dass wir erschöpft ankommen. Training war zwei, drei Mal die Woche. Einmal habe ich lieber Straßenfußball gespielt. Da ließ Mahlmann mir über meinem Vater ausrichten: „Wenn du meinst, du müsstest schwänzen, brauchst du gar nicht wieder zu kommen.“ Das hat gesessen.
In Ochsenzoll bin ich groß geworden, da habe ich mich weiterentwickelt, das Kopfballpendel kennen- und schätzen gelernt. Ich weiß, dass es heute meist keine Rolle mehr spielt, sogar verpönt ist. Ich behaupte aber, und da bin ich gern ein bisschen altmodisch, dass es immer noch Erfolg versprechen würde. Du kannst deine Sprungkraft, das Timing und die Berechnung des Balles wunderbar üben. Denn bei Flanken darfst Du nicht stehen bleiben, nicht auf den Ball warten. Du musst deinen Gegenspieler quasi bewegen, dann im richtigen Moment abspringen. Selbst für die Drehschläge mit dem Fuß war ich oft am Pendel, was meinem Fein- und Sicherheitsgefühl gut getan hat.
Ich weiß noch, wie mein erstes HSV-Trikot gerochen hat. Hübsch auszusehen wie heute war nicht wichtig, sondern dass man überhaupt ein Jersey hatte. Und bei meinen ersten Fußballschuhen wurden die Stollen auf einem Querbolzen draufgenagelt. Ochsenzoll war eine wunderschöne Zeit.
Bei den Spielen war meine Mutter Anni immer dabei. Ohne sie wurde nicht angepfiffen. Pöbelnde Eltern wie heute gab es bei uns nicht. Mahlmann hatte alles im Griff. Er war eine echte Respektsperson. Ich habe ihn dafür bewundert, wie er alles im Griff hatte, er sich für die Sorgen von uns Jungs in jeder Beziehung interessierte. Wenn doch mal ein Vater oder eine Mutter lauter wurde, machte er ihnen klar: „So geht’s nicht. Ihr macht die Kinder verrückt.“
Selbst mein berühmter Vater hielt sich da raus. Er gab mir nicht einmal Tipps, erklärte nur knapp: „Sprich lieber mit Herrn Mahlmann.“ Allerdings wollte Vadder nicht, dass mein Bruder Dieter und ich Weicheier oder Jammerlappen werden. Bei einem Bluterguss forderte er: „Macht einen kalten, nassen Lappen drauf, dann ist der in zwei Tagen weg.“ Vielleicht gelang es mir auch deshalb, in meiner langen Profi-Karriere so viel einzustecken und nicht gleich aufzugeben.
Eintritt in den Hamburger SV
Erste internationale Berufung in die Jugend-Nationalmannschaft beim FIFA-Jugendturnier in Belgien
Debüt in der Liga-Mannschaft des HSV gegen den 1. SC Göttingen 05 (1 : 0)
Teilnahme am FIFA-Jugendturnier in Westdeutschland. Seeler erzielt 13 der 20 deutschen Tore
Erstes Oberligaspiel und Tor für den HSV gegen den VfB Oldenburg
Erstes Länderspiel gegen Frankreich
WM-Teilnahme in Schweden – 4. Platz. Erstes Länderspieltor gegen Argentinien (3 : 1)
Hochzeit mit Ilka Buck
„Jahrhunderttor“ per Fallrückzieher im Endrundenspiel der Deutschen Meisterschaft gegen Westfalia Herne
Einziger Deutscher Meistertitel Seelers mit dem HSV durch ein 3:2 im Endspiel gegen den 1. FC Köln in Frankfurt. Zweifacher Torschütze: Seeler
Deutschlands Fußballer des Jahres bei der erstmaligen Vergabe dieses Titels.
Ablehnung des 1-Million-Mark-Angebots von Inter Mailand.
Gegen Dänemark (5:1) erstmals Kapitän der Nationalelf. Dreifacher Torschütze: Seeler.
Zum siebten Mal Torschützenkönig der Oberliga Nord mit 28 Treffern. Zweite WM-Teilnahme bei der Endrunde in Chile – Aus im Viertelfinale gegen Jugoslawien (0:1).
Der HSV schlägt im DFB-Pokalfinale in Hannover Borussia Dortmund mit 3:0. Dreifacher Torschütze: Seeler.
1. Bundesligaspiel in der neugegründeten Fußball-Bundesliga gegen Preußen Münster (1:1).
1. Bundesligator beim 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken.
Berufung in die Weltelf zum Spiel gegen England in London (1:2)
Torschützenkönig der neugegründeten Bundesliga mit 30 Treffern
Zum zweiten Mal Deutschlands „Fußballer des Jahres“
Achillessehnenriss im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Ärzte-Prognose: Karriereende wahrscheinlich
Comeback im Spiel HSV gegen „HSV-Fohlen“
Rückkehr in die Nationalelf. Mit dem Tor zum 2:1 gegen Schweden schießt Seeler Deutschland zur WM 1966 in England
Dritte WM-Teilnahme. Das Team von Kapitän Seeler wird nach dem Wembley-Tor „nur“ Vize-Weltmeister
Der HSV steht im Finale um den Europapokal der Pokalsieger und verliert in Rotterdam mit 0:2 gegen den AC Mailand
Seeler erzielt sein 100. Bundesliga-Tor
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
Bundesliga-Kenner aufgepasst: Ab sofort können Sie sich für unser traditionelles Fußball-Tippspiel anmelden. Beim Buli-Cup warten tolle Preise auf die besten Tipper!
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