Die Horrorserie ist vorbei! Der HSV kann doch noch gewinnen. Nach zuletzt 13 Ligaspielen ohne Erfolgserlebnis holten die Hamburger gestern vor 55.700 Zuschauern in Stuttgart sensationell ein 2:1 (0:1). Es war der erste Dreier seit dem 19. März (6:2 gegen Köln).
„Keiner setzt auf uns. Das ist nicht schlecht. Lasst die Jungs auf dem Platz sprechen“, hatte Übergangscoach Rodolfo Cardoso vor dem Spiel gesagt. Im Vergleich zu der Gladbach-Pleite veränderte der Argentinier das Team auf vier Positionen. Marcell Jansen und David Jarolim mussten auf die Bank, Heiko Westermann rückte aus der zentralen Defensive nach rechts. Jeffrey Bruma ersetzte den Kapitän in der Innenverteidigung. Im Mittelfeld feierte China-Kracher Zhi Gin Lam sein Liga-Debüt. Der 20-Jährige sollte zusammen mit Gökhan Töre und Heung Min Son für Tempo sorgen. Als moralische Unterstützung setzte sich zudem Sportchef Frank Arnesen mit zu Cardoso auf die Bank.
Die sportliche Führung zeigte neben dem Platz Geschlossenheit, auf dem Rasen übernahmen zunächst jedoch die Stuttgarter das Kommando. Bereits nach 12 Sekunden knallte Cacau den Ball ans Außennetz. Fünf Minuten später wackelte Jaroslav Drobny bei einem Schuss von Boulahrouz das erste Mal bedenklich. Nutzen konnten die Schwaben den Abpraller des HSV-Keepers da aber noch nicht.
Bitter: Es änderte sich jedoch beim nächsten Versuch. Kuzmanovic zog aus 24 Metern ab, Drobny wehrte den Ball mit den Füßen nach vorne ab, Harnik bedankte sich mit dem 0:1 (17.). Was für ein Patzer von Drobny, der fünf Minute später Glück hatte, dass Cacau nur den Pfosten traf.
Und was war mit dem HSV los? Die Hamburger waren bemüht und engagiert, aber in der ersten Hälfte leider noch wirkungslos. Es änderte sich nach dem Wechsel. Ausgerechnet eine Standardsituation, bei der es zuletzt Gegentore wie am Fließband gab, brachte den HSV zurück ins Spiel. Nach einer Ecke von Töre nickte Bruma zum Ausgleich (51.) ein.
Plötzlich waren die Hamburger in einem richtig spannenden Fußballspiel voll da. Töre (54.) vergab die Führung. Doch nach der nächsten Ecke durfte wieder gejubelt werden. Über Stuttgarts Gentner und Molinaro landete die Kugel bei Tesche, der traumhaft per Volleyschuss zum 2:1 (67.) traf.
Der Vorsprung wurde bis zum Schluss verteidigt. Völlig erschöpft fielen sich die Profis nach dem Abpfiff in die Arme. Zumindest bis heute Nachmittag haben sie den letzten Tabellenplatz verlassen und bewiesen, dass der HSV doch noch in der Liga gewinnen kann.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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