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Drohender Abstieg und Gerüchte um Adler: HSV-Sportchef Arnesen: Seine härteste Mission

Im Sommer 2011 begann Frank Arnesen als Sportchef des HSV – und muss nun den Gang in die Zweite Liga fürchten.
Im Sommer 2011 begann Frank Arnesen als Sportchef des HSV – und muss nun den Gang in die Zweite Liga fürchten.
 Foto: dpa

Einen wie ihn kann eigentlich nichts überraschen – sollte man meinen. Seit 37 Jahren ist Frank Arnesen in der großen Welt des Fußballs zu Hause, als Spieler, Trainer und Sportchef. Doch was zurzeit beim HSV passiert, hat er so noch nie erlebt.


Er kann sich nicht erinnern. „Nein, eine Situation wie diese jetzt, ist mir neu“, erklärt der Däne. Klar, es gab andere Sorgen. „Wenn wir mit Eindhoven um den Champions-League-Einzug zittern mussten, wurde es ungemütlich“, sagt er. Oder bei Chelsea, wo eine Saison ohne Titel als verloren gilt. Der nackte Existenzkampf aber ist Arnesen neu. Die entsprechende Sprache hat er sich zumindest schon angeeignet. „Alle müssen wissen, dass es jetzt fünf vor Zwölf ist“, fordert der Sportchef, „wirklich alle!“


Arnesen ist gefragt. Wie noch nie in seiner Karriere. Der Däne hält einen noch engeren Draht zur Mannschaft, lotet aus, lenkt ein. Er stellt sich der Presse, verbreitet Optimismus und löscht Brandherde. Zeitgleich muss er an die Zukunft denken – ohne jede Planungssicherheit für die Bundesliga. Nicht zuletzt dieser Zustand macht die Mission für Arnesen zur härtesten seiner Karriere.

Als Zweitligist wäre der HSV für René Adler sicher kein Thema.
Als Zweitligist wäre der HSV für René Adler sicher kein Thema.
 Foto: Witters

Sein Hauptproblem: Er kann keine Spieler verpflichten. „Die, die kommen würden, wollen erste Liga spielen“, weiß der Däne. „Nur darüber spreche ich mit Beratern. Wenn wir die Klasse nicht halten, ist alles vom Tisch.“ Auch der Vollzug mit René Adler hängt am seidenen Faden. „Er hat den Anspruch, erste Liga zu spielen“, so Arnesen. „Bis Mitte April wollen wir das Thema erledigt haben. Ich denke aber, wir sind immer noch seine erste Wahl.“


Was aber ist dran an den bösen Gerüchten, die sich um Adler ranken? Seit Wochen wird rund um den Volkspark getuschelt, der Keeper sei vor drei Wochen im UKE durch den Medizincheck gerasselt. Arnesen widerspricht energisch: „Bei beiden Untersuchungen, in Hamburg und München, war alles sehr gut!“ HSV-Arzt Philip Catalá-Lehnen sei sogar mit nach München gereist, habe die Bilder mit Bayern-Doc Wilhelm Müller-Wohlfahrt ausgewertet.


Adler, die Kaderplanung, der drohende Abstieg – Arnesens schwerste Mission ist in vollem Gange. „Wenn wir Anfang Mai weiter in der Bundesliga sind, ist es eine gute Erfahrung gewesen“, sagt er. „Aber eine schwere.“

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