Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Knut Kircher war kaum ertönt, da hatte sich der Boss schon auf den Weg gemacht. Freudestrahlend, mit einer gehörigen Portion Stolz in der Brust schritt Carl Jarchow durch die Katakomben der Imtech Arena und in die Spielerkabine.
Auch der HSV-Vorstandsvorsitzende hatte noch knapp zwei Stunden zuvor kaum für möglich gehalten, was er anschließend zu sehen bekam. Von der ersten Minute an zeigte der HSV erfrischenden Offensivfußball, präsentierte sich taktisch hervorragend, verteidigte mit Herzblut, kurz, verlangte den Bayern alles ab, und stürzte den Rekordmeister von der Spitze. Das 1:1 – keine Frage – es war der geilste Punkt der Saison.
„Es ist ein ganz tolles Gefühl, den Bayern so Paroli geboten zu haben“, fand Jarchow. Sportchef Frank Arnesen pflichtete ihm bei. Der HSV habe gegen eine der besten Mannschaften Europas mehr als nur bestanden. „Das war nicht glücklich, sondern zu Recht“, sagte er. „Wir haben sehr gut gespielt, gerade die taktische Disziplin war top.“ Und das nur 13 Tage nach dem 1:5-Debakel gegen Dortmund.
Gegen den BVB war der HSV vor Angst erstarrt, bei der Eiseskälte gegen die Bayern aber heiß vor Tatendrang. Dem kollektiven Versagen folgte eine in dieser Saison noch nicht dagewesene mannschaftliche Geschlossenheit. Von Drobny bis Guerrero – auf allen Positionen stimmte es. Jeder hielt sich an die Vorgaben von Trainer Thorsten Fink. „Seit ich hier bin, war das unser bestes Spiel“, stellte der Coach fest und erklärte, welche Lehren sein Team aus dem Dortmund-Spiel gezogen hatte: „Jeder hat gekämpft und versucht, Fehler des anderen auszubügeln. Nur so kann man gegen solch eine Mannschaft bestehen.“
Das Beeindruckende: Auch nach dem Gegentor fiel der HSV in keine Leistungsdelle. „Wir sind nach dem 1:1 nicht zurückgewichen“, lobte Arnesen. „Man hat gesehen, dass wir aus dem Dortmund-Spiel gelernt haben.“
Auch der Gegner erkannte die Top-Leistung an. Bayern-Keeper Manuel Neuer: „Wir hatten kaum Chancen, und die, die wir hatten, hat der Jaro (Drobny) super gehalten.“ Trainer Jupp Heynckes befand: „Ich kann mit der Leistung meiner Mannschaft nicht unzufrieden sein.“ Ein Ritterschlag für den HSV.
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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