Wie lange schaut sich der Vorstand des HSV das noch an? 0:2 (0:0) in Bremen, noch immer kein Sieg in dieser Saison und weiterhin Rang 18 in der Bundesliga. Allen Treuebekenntnissen zum Trotz - es wird eng für Trainer Michael Oenning.
Der 45-Jährige hatte es klar formuliert. „Geduld und Zeit können wir nicht mehr gebrauchen“, erklärte Oenning vor dem Nordkracher. „Wir müssen punkten!“ Eine Entschlossenheit, die es auf dem Feld umzusetzen galt. Das Problem: Das muss dann auch 90 Minuten lang funktionieren – und nicht nur eine Halbzeit … Der Beginn war vielversprechend. Kernig, kompakt und klug ging der HSV zunächst zur Sache, ohne sich größere Chancen zu erarbeiten.
Was dem Derby zunächst fehlte, war die extra Portion Feuer. Das änderte sich nach rund zwanzig Minuten. Binnen 300 Sekunden sahen Rajkovic, Mancienne (Fouls), Guerrero (Meckern) und Werders Pizarro (Schwalbe) Gelb.
Hektik kam ins Spiel, auf dem Feld und den Rängen. Werder versuchte die Aufregung zu nutzen, drückte kurzzeitig, doch der HSV überstand die Phase schadlos - allein Arnautovic (23.) prüfte Drobny nennenswert.
Ärgerlich, dass die Hamburger auf der Gegenseite ihre hochkarätigen Konter nicht
ausspielten: Petric übersah Jansen (30.), der dann sekundenlang wie ein Rumpelstilzchen tobte. Wenig später war Jarolims Abspiel zu schlampig (40.). Die dickste Chance vor der Pause besaß aber Werder: Sokratis traf per Kopf (nach Marin-Ecke) nur die Latte (39.).
Ein sauberer erster Durchgang des HSV. Umso größer sind die Rätsel, die der zweite Durchgang aufwarf. Während die Bremer sofort wie wilde Stiere auf ihre Gegner losgingen, erstarrten die Hamburger plötzlich. Werder wach, der HSV ängstlich – was war da in den Kabinen passiert?
Es kam, wie es kommen musste: Zwei Versuche benötigte Pizarro, ehe der HSV zurücklag.
Beim ersten stützte er sich noch gegen Westermann auf (48.), der Treffer wurde nicht anerkannt. Doch nachdem Marins Freistoß an den Innenpfosten klatschte, reagierte der Peruaner am schnellsten, drückte die Kugel über die Linie – das 1:0 (52.). Es waren die Minuten nach der Pause, in der sich der HSV den Schneid abkaufen ließ – und das Derby verlor.
Zwar besaß Petric noch die große Chance zum Ausgleich, scheiterte am stark reagierenden Wiese (72.). Doch es war nicht mehr überzeugend, was der HSV anbot. Die Folge: Nach Marins Ecke traf Pizarro herrlich rechts oben ins Eck. Ein Klassetor – und die Entscheidung (78.).
„Hamburg, Hamburg – Zweite Liga“ skandierten die Werder-Fans in den Schlussminuten.
Häme und Spott für den Bundesliga-Dino, der wie selten zuvor am Boden liegt. Noch traut der Vorstand Oenning zu, dass er den Schalter umlegen kann, zumindest kommuniziert er das nach außen. Doch schon am Sonnabend gegen Gladbach müssen dann wirklich Punkte her. Für den HSV. Und insbesondere für Oenning.
Der Coach sagte nach der erneuten Niederlage: "Wir sind immer noch Tabellenletzter, aber ich bin mit meiner Mannschaft absolut im Reinen, sie hat guten Fußball gespielt. Aber Pizarro war den einen Tick besser. Meine Situation ist außen vor, wichtig ist, dass die Mannschaft sich entwickelt und ich sehe Fortschritte. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben erst fünf Spiele gespielt und wir werden noch die Ergebnisse erreichen."
Am Trikot, an der Stimme oder an der Frisur - es gibt unterschiedliche Merkmale an denen HSV-Fans ihre Lieblingsspieler erkennen können. Aber wie sieht es denn mit den Augen aus?
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
Ein Spiel, ein Sieg: Frank Arnesens Trainerkarriere beim HSV hätte nicht besser laufen können. MOPO.DE zeigte die Punkteausbeute aller 33 Bundesliga-Trainer des Vereins.
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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