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Aufsichtsrat tagte: Oenning: "Es geht auch ohne viel Geld"

Michael Oenning mimt den Anführer der Optimisten.
Michael Oenning mimt den Anführer der Optimisten.
 Foto: WITTERS

Die fetten Jahre sind vorbei. Der HSV wird sparen müssen, teure Transfers sind zur neuen Saison kaum möglich. Immerhin: Die finanzielle Situation ist nicht so dramatisch, wie von vielen befürchtet.

Gestern Abend fand sich der Aufsichtsrat in der Arena zusammen. Bis nach Mitternacht tagten die Kontrolleure in der Sportfive-Loge. „Wir haben unheimlich viel gesprochen und stundenlang debattiert“, erklärte Chef-Kontrolleur Otto Rieckhoff. Sein Fazit: „Wir werden das Geschäftsjahr mit einem vertretbaren Minus abschließen.“ So oder so, das Gehaltsniveau der Profis wird wie angedacht kräftig reduziert werden müssen - von derzeit 48 auf bis zu 35 Millionen Euro. Michael Oenning ist dennoch nicht bange – der Trainer mimt den Anführer der Optimisten, sagt: „Es ist nicht immer so, dass durch viel Geld etwas entsteht. Die Frage ist, welche Philosophie man sich gibt.“ Der zu erwartende Kassensturz kommt für ihn ohnehin nicht überraschend, „es war ja klar, dass man nicht die ganz großen Sprünge machen kann, wenn man seine sportlichen Ziele verfehlt“. An mögliche Verkäufe von Top-Spielern (Petric, Elia) mag Oenning dennoch nicht denken. „Ich hoffe und denke nicht, dass das passieren wird.“ Na, ja ...

„Wir werden unsere Leistungen bis zum 21.4. dokumentieren“
Bernhard Fischer-Appelt

Die Räte diskutierten gestern nicht nur darüber. Ein Hauptthema der Sitzung war auch der vom alten Vorstand um Klubboss Bernd Hoffmann geschlossene Beratervertrag mit der PR-Agentur „fischerAppelt“ (knapp 100.000 Euro schwer), der für Irritationen sorgte. Die Agentur hatte noch keine Rechnung geschickt, setzte den neuen Vereinschef Carl Edgar Jarchow lediglich mündlich über gelieferte Leistungen in Kenntnis – das aber reichte ihm nicht. Die Folge: Der Verein soll sogar die Abfindungszahlung an Hoffmann in Höhe von rund einer Million Euro (war am 31. März fällig) vorerst gestoppt haben. Agentur-Geschäftsführer Bernhard Fischer-Appelt stellt nun klar: „Wir werden alles bis zum 21. April dokumentieren. Dann hoffen wir, dass unsere Rechnung entsprechend beglichen wird.“ Und weiter: „Unsere Forderungen an den HSV bestehen unabhängig davon, welche Vorstände noch im Amt sind.“ Auf eine Anhörung von Hoffmann wollen die Räte verzichten.

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