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„Hoffe, Aufsichtsrat arbeitet mit“: Arnesen will schnell neue HSV-Stars präsentieren

Ab in die Zukunft: Sportchef Frank Arnesen will mit dem HSV in die obere Tabellenhälfte, träumt von Europa.
Ab in die Zukunft: Sportchef Frank Arnesen will mit dem HSV in die obere Tabellenhälfte, träumt von Europa.
Foto: WITTERS

Geschafft! Einmal durchpusten, den Klassenerhalt genießen – und dann ran ans Werk. Der HSV bleibt erstklassig, die Klubbosse können planen. Und Sportchef Frank Arnesen erhöht schon jetzt den Druck auf den Aufsichtsrat.

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Es dauerte nur wenige Minuten, da ging der Blick nach vorn. 0:0 gegen Mainz – nicht schön, aber ausreichend, um drinzubleiben. Genau so soll und darf es aber nicht weitergehen. „Unser Anspruch muss es sein, um die europäischen Plätze mitzuspielen“, ließ Frank Arnesen wissen. Die Top Acht seien in der neuen Saison das Ziel. Der Sportchef ist gefordert, ein Team zusammenzustellen, das diesen Ansprüchen genügt. Er würde lieber heute als morgen damit beginnen.

Neuer HSV-Keeper? René Adler wurde am Sonnabend in Leverkusen verabschiedet.
Neuer HSV-Keeper? René Adler wurde am Sonnabend in Leverkusen verabschiedet.
Foto: dpa

Posens Angreifer Artjoms Rudnevs (24) und Leverkusens Keeper René Adler (27) hängen längst in der Pipeline. „Ich würde in dieser Woche gern Abschlüsse präsentieren“, sagt Arnesen – und nennt dann das Kind beim Namen: „Ich hoffe, der Aufsichtsrat arbeitet mit. Ich brauche deren Hilfe!“


Ein klarer Wink. Denn vor allem der Deal mit Adler ist längst nicht sicher. Solange Jaroslav Drobny keinen neuen Klub hat, kann sich Hamburg keinen Adler (soll 2,7 Millionen Euro pro Jahr verdienen) leisten. Doch nur wenn der Aufsichtsrat Arnesens Finanzplan absegnet, kann Adler kommen.

Posens Angreifer Artjoms Rudnevs (24) soll den HSV-Sturm verstärken.
Posens Angreifer Artjoms Rudnevs (24) soll den HSV-Sturm verstärken.
Foto: WITTERS

Der Sportchef macht Druck – und spürt diesen auch selbst. Der HSV braucht zwingend einen kreativen Spielgestalter. An der Erfüllung dieses Auftrages, der schon im Vorjahr nicht erfüllt wurde, wird er sich messen lassen müssen.

Auch Thorsten Fink wünscht sich für die Zukunft etwas größere Brötchen („Es kann nicht unser Anspruch sein, weiter gegen den Abstieg zu spielen“), dämpft die Erwartungen aber sogleich: „Wir dürfen uns nicht gleich zu hohe Ziele setzen. Schwankungen sind bei einer jungen Mannschaft völlig normal. Es ist unsere Aufgabe, Konstanz in unsere Leistungen zu bekommen.“ Das gilt insbesondere für die in dieser Serie zu häufig mangelhafte Defensivarbeit. Zudem muss die chronische Heimschwäche (nur drei Siege!) abgestellt werden.


Der HSV und die Zukunft – trotz der Erleichterung ein Blick ins Ungewisse. Arnesen hofft, „dass allein die Erfahrungen dieser Saison uns ein, zwei Schritte weiterbringen“. Das junge Team soll an sich selbst wachsen. Das allein aber wird kaum ausreichen, Kapitän Heiko Westermann stellt klar: „Jeder muss wissen, dass es so nicht weitergehen kann. Es gibt einiges zu tun!“

MOPO-Kommentar: Arnesen steht in der Bringschuld

Man kann Frank Arnesen vieles vorwerfen, nicht aber, dass der Sportchef sich von Strömungen von innen oder außen beeindrucken ließe. Der Däne steht zu Entscheidungen, die er für sich getroffen hat. David Jarolim, Mladen Petric & Co. haben das zu spüren bekommen. Und natürlich hat Arnesen auch Recht damit, wenn er nach dieser verkorksten Saison einen erneuten Schnitt vollziehen will.

Fünf bis sieben Veränderungen sind notwendig im Kader, um die Europa-League-Plätze anzugreifen. Doch ist es tatsächlich richtig, mit Fan-Liebling Jarolim ausgerechnet einen der wenigen konstanten Profis dieser Saison vom Hof zu jagen? Es ist ein Spaziergang auf dem Drahtseil, den Arnesen vollführt. Will er diesen bestehen, muss er die von ihm häufig betonte Kreativität auf dem Transfermarkt walten lassen, um dem Kader eben jene Kreativität einzuhauchen. Sollte ihm das gelingen, darf Arnesen sich feiern lassen. Wenn nicht, wird der Gegenwind in seiner zweiten Saison kräftig auffrischen. Frederik Ahrens

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