Seit dem EM-Aus der deutschen Handballer weilt Pascal Hens im Kreise seiner Familie in seiner Heimatstadt Mainz, um „Abstand zu gewinnen“, wie er sagt. Am Montag gab der DHB-Kapitän und HSV-Star seinen erwarteten Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt.
Mit MOPO.DE spricht der 32-Jährige erstmals seit den bitteren Tagen in Serbien über Beweggründe, EM-Frust und die harsche Kritik an seiner Person.
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Ich hatte ja schon vor der EM angekündigt, dass ich nicht weiter machen werde, wenn es mit Olympia nicht klappt. Insofern ist der Schritt nur logisch und konsequent und endgültig. Auch wenn mich das für einige Leute zum perfekten Sündenbock macht.
Das war unabhängig davon. Mein Körper sagt mir, dass es reicht. Er braucht jetzt mal Pausen. Ich bin 32, habe elf Jahre meine Knochen für Deutschland hingehalten. Es ist für mich einfach Zeit, Platz zu machen. Ich hätte damit natürlich gerne bis nach den Spielen in London gewartet. Das war eigentlich mein Plan.
Das ging mir natürlich immer wieder durch den Kopf. Es wäre viel möglich gewesen für uns. Das ist schon sehr, sehr bitter. Das steckt man nicht so leicht weg.
Das Turnier ist für mich scheiße gelaufen, da braucht man nicht drum herum zu reden. Damit bin ich alles andere als glücklich.
Ich habe ja insgesamt nur 50 Minuten gespielt.
Es war eine schwierige Situation für mich. Ich habe ja im ersten Spiel von Anfang an gespielt. Leider hatte ich gleich drei Fehlwürfe und musste raus. Wir waren gegen Tschechien ja alle nicht gut. Dann habe ich gefühlte zwei Stunden am Stück auf der Bank gesessen und wurde ab da immer nur kurz reingeschmissen. Da ist es schwer, gleich Akzente zu setzen, einen Rhythmus zu finden.
Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt, ich bin ja Sportler. Ich hatte auch gedacht, dass ich mehr Gelegenheiten bekomme. Aber das ist Vergangenheit. Ich will nicht nachkarten.
Ich habe versucht das auszublenden, denn das kam ja von außen und nicht aus der Mannschaft. Allerdings war jeden zweiten Tag Medientag, und mir wurden immer die gleichen Fragen gestellt. Irgendwann ging mir das ganz schön auf den Sack.
Das ist doch auch menschlich. Wenn du in der Scheiße steckst, dann willst du nicht dauernd mit der Nase drauf gestoßen werden. Dann ist es doppelt schwer, aus dem Loch zu kommen.
Die meisten Leute gucken doch nur, wie viele Tore du wirfst, und danach wirst du beurteilt. Aber die wenigsten wissen, was ich abseits des Spielfeldes fürs Team gemacht habe. Ich habe mich immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt.
Das ist das, was mir am wichtigsten ist.
Das ist natürlich kein schönes Ende. Das tut auch weh. Aber ich habe in den letzten Tagen viel Zuspruch erhalten. Ich hoffe, die Leute übersehen angesichts der jüngsten negativen Eindrücke nicht, was ich in den elf Jahren für den deutschen Handball gegeben habe. Ich werde die schönen Zeiten und die vielen Erfolge in Erinnerung behalten.
Sein Debüt im DHB-Dress gibt Hens im Alter von 20 Jahren (noch ohne Irokesen-Schnitt) am 13. März 2001 beim 32:16-Länderspielsieg gegen Norwegen in Rostock. Der Schlaks aus Wallau erzielt ein Tor.
Die 31:32-Niederlage gegen Polen bei der EM 2012. Es war sein 199. Länderspiel. Für Deutschland warf „Pommes“ insgesamt 565 Tore. Seine Erfolge im DHB-Dress: WM-Gold 2007, EM-Gold 2004, Olympia-Silber 2004, WM-Silber 2003, EM-Silber 2002
Hens feiert den WM-Sieg 2007. Der 2,03-Meter-Riese ist beim Turnier im eigenen Land der beste deutsche Torschütze. Insgesamt 47 „Pommes-Buden“ steuert Hens zum umjubelten „Wintermärchen“ bei und avanciert endgültig zum Superstar.
„Schade, dass Pommes sich zu diesem Schritt entschlossen hat, er hat die Kapitänsrolle in unserer Mannschaft vorbildlich ausgefüllt. Aber ich habe vollstes Verständnis für seine Entscheidung und wünsche ihm im Verein alles Gute.“
„Dieser Schritt kommt nicht überraschend. Pommes hatte ja schon erklärt, dass er das unter den gegebenen Umständen so handhaben würde. Ich hätte ihm allerdings einen schöneren Abschied aus dem Nationalteam gewünscht, als das nach dieser EM der Fall ist.“
„Der deutsche Handball hat Pascal Hens eine Menge zu verdanken. Wir werden ihm einen würdigen Abschied bereiten.“
| Mannschaft | Tore | Punkte | ||||
| 1 | THW Kiel | 1033 | : | 756 | 64:0 | |
| 2 | Flensburg-H. | 994 | : | 855 | 53:11 | |
| 3 | Füchse Berlin | 952 | : | 825 | 50:14 | |
| 4 | HSV Hamburg | 1017 | : | 907 | 49:17 | |
| 5 | R-N Löwen | 982 | : | 899 | 44:20 | |
| 6 | Magdeburg | 956 | : | 908 | 39:27 | |
| 7 | TBV Lemgo | 931 | : | 920 | 36:28 | |
| 8 | FA Göppingen | 844 | : | 856 | 32:32 | |
| 9 | MT Melsungen | 891 | : | 931 | 29:35 | |
| 10 | Gummersbach | 955 | : | 1014 | 29:35 | |
| 11 | N-Lübbecke | 878 | : | 894 | 26:38 | |
| 12 | Hannover-B. | 922 | : | 979 | 24:40 | |
| 13 | Großwallstadt | 804 | : | 872 | 24:40 | |
| 14 | Balingen-W. | 802 | : | 887 | 22:42 | |
| 15 | HSG Wetzlar | 800 | : | 843 | 19:45 | |
| 16 | Bergischer HC | 871 | : | 977 | 17:47 | |
| 17 | Hüttenberg | 830 | : | 944 | 17:47 | |
| 18 | Hildesheim | 818 | : | 1013 | 4:60 | |